Arktische Kälte lässt Nordamerika bibbern

Heftige Schneefälle, klirrende Kälte und eisige Winde haben das öffentliche Leben in großen Teilen Nordamerikas erstarren lassen.

Arktische Kälte lässt Nordamerika bibbern
Arktische Kälte lässt Nordamerika bibbern

Vom Mittleren Westen bis zur Ostküste der USA rechneten Meteorologen damit, dass die Temperaturen in einigen Regionen auf die tiefsten Stände seit etwa 20 Jahren sinken könnten. Landesweit fielen tausende Flüge wegen Kälte und Schneetreibens aus.

Allein auf dem Flughafen von Chicago mussten am Sonntag mehr als 2000 Flüge gestrichen werden. In der nordamerikanischen Metropole, wo am Montag aufgrund arktischer Winde eine gefühlte Temperatur von minus 33 Grad Celsius herrschte, rief der Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde die Bürger auf, möglichst nicht vor die Tür zu gehen. «Alltägliche Tätigkeiten sind vielleicht nicht möglich», warnte Gary Schenkel in der «Chicago Tribune» (Sonntag).

Für den Norden des US-Bundesstaats Indiana und einen Teil Michigans gab der Nationale Wetterdienst Blizzard-Warnungen heraus. Auch in weiteren nördlichen Bundesstaaten blieben vielerorts die Schulen am Montag geschlossen. In Minnesota sollten sogar alle Schüler zu Hause bleiben. So etwas hat es in dem durchaus an Winter gewöhnten Bundesstaat Medienberichten zufolge seit 17 Jahren nicht mehr gegeben.

«Ich habe diese Entscheidung getroffen, um unsere Kinder vor den gefährlich niedrigen Temperaturen zu schützen», sagte Gouverneur Mark Dayton. Im kanadischen Winnipeg froren parkende Autos in einer dicken Eisschicht am Boden fest, wie Bilder des Senders CBC zeigten. In Boston wurden Fahrradfahrer auf dem zugefrorenen Charles River gesichtet.

Meteorologen erwarten, dass die Temperaturen vor allem im Mittleren Westen im Laufe des Montags und in den kommenden Tagen weiter fallen. Möglich sind dann nächtliche Tiefstwerte von unter minus 30 Grad. Gefühlt könnte es wegen des Windes noch eisiger werden. Treffen könnte es insgesamt rund 140 Millionen Amerikaner von North- und South Dakota bis in die Neuengland-Staaten an der Ostküste. Meteorologen warnten vor Unterkühlung und Frostbeulen.

In Green Bay im Bundesstaat Wisconsin trotzten Tausende Football-Fans am Sonntagabend (Ortszeit) trotz gefühlter minus 26 Grad Celsius der Kälte und verfolgten ein Spiel der Green Bay Packers gegen die San Francisco 49ers. Gratis ausgegebener Kaffee sollte die Fans warm halten. Medienberichten zufolge gab es Befürchtungen, dass das Bier der Zuschauer in dem Freiluftstadion gefrieren könnte.

Bei der anhaltenden Kältewelle kamen in den USA bislang mindestens 13 Menschen ums Leben. Die meisten von ihnen starben bei Verkehrsunfällen.