Armee übernimmt nach Unruhen Kontrolle in Burkina Faso

Nach tagelangen Protesten gegen die Regierung von Burkina Faso und blutigen Unruhen hat das Militär laut Medienberichten am späten Abend die Kontrolle übernommen.

Armee übernimmt nach Unruhen Kontrolle in Burkina Faso
Str Armee übernimmt nach Unruhen Kontrolle in Burkina Faso

Wie afrikanische Medien berichten, kündigten die Militärs die Bildung einer Übergangsregierung an, ohne auf die Rolle des bisherigen Staatschefs Blaise Compaore einzugehen. Armeechef Honore Traore sagte demnach in Ouagadougou, er erwartete eine Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung «innerhalb von zwölf Monaten».

Kurz zuvor hatte Compaore die Regierung und das Parlament aufgelöst und den Notstand im Land ausgerufen, wie der Sender BBC und afrikanische Medien weiter berichteten. Zugleich wurde landesweit eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

In der Hauptstadt Ouagadougou waren am Donnerstag erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine geplante Wiederwahl von Langzeitpräsident Compaore zu protestieren. Dabei kam es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Unter anderem wurde das Parlamentsgebäude in Brand gesetzt. Bei den Zusammenstößen sei mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete die BBC.

Das Parlament plante zuletzt eine Verfassungsänderung, wonach Compaore - der seit 1987 an der Macht ist - eine weitere Amtszeit hätte anstreben können. Compaore erklärte den Berichten zufolge am Abend Regierung und Parlament für aufgelöst, um damit «Voraussetzungen für eine neue Perspektive» zu schaffen. Er rief die Oppositionsführer auf, die Unruhen zu beenden. Einen von ihnen zitierte die BBC aber mit den Worten: «Nur der Rücktritt von Präsident Compaore kann unserem Land den Frieden bringen.»

Der 63-jährige Compaore regiert Burkina Faso seit einem Putsch vor fast drei Jahrzehnten. Im Jahr 2000 hatte er die Verfassung schon einmal ändern lassen, um an der Macht zu bleiben. Die Wahlen sind für November 2015 geplant.

Burkina Faso mit etwa 17 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt.