Armut in Deutschland nimmt weiter zu

In Deutschland hat es laut Paritätischem Wohlfahrtsverband seit der Wiedervereinigung noch nie so viele Arme gegeben wie heute. Dabei nehme der Abstand zwischen Arm und Reich hinsichtlich der Regionen und der Einkommensgruppen immer weiter zu, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider.

«Die Kluft zwischen armen und reichen Ländern wird zusehends immer tiefer.» Innerhalb eines Jahres sei die Armut von 15 auf zuletzt 15,5 Prozent im Jahr 2013 angestiegen. 12,5 Millionen Menschen seien arm. Als arm sieht der Verband Menschen in Haushalten mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens an.

«Noch nie war die Armut so hoch und noch nie war die regionale Zerrissenheit so tief wie heute», sagte Schneider. Er beziehe sich dabei auf die vergangenen gut 20 Jahre, erläuterte er. Der Bundesregierung warf Schneider vor, die Lage zu beschönigen. Tatsächlich sei die Armut lediglich in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg leicht zurückgegangen. «Klarer Verlierer im Jahr 2013 ist überraschend Hamburg», sagte er. «Insgesamt zeigt das Länderranking eine zerklüftete Republik.» Nötig seien unter anderem eine deutliche Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze und ein massiver Ausbau öffentlicher Beschäftigung.