Armutsrisiko im Osten noch immer höher als im Westen

Im Osten Deutschlands sind noch immer mehr Menschen von Armut bedroht als im Westen. Fast jeder Fünfte (19,7 Prozent) in den neuen Bundesländern galt 2012 als arm, in der alten Bundesrepublik war es etwa jeder Siebte (14,0 Prozent).

Armutsrisiko im Osten noch immer höher als im Westen
Karl-Josef Hildenbrand Armutsrisiko im Osten noch immer höher als im Westen

Der Unterschied zwischen Ost und West ist aber seit dem ersten Jahr der Erhebung 2005 kleiner geworden, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Vor acht Jahren galten 20,4 Prozent der Ostdeutschen und 13,2 Prozent der Westdeutschen als armutsgefährdet. Berlin zählt in der Erhebung zu den neuen Ländern.

Relative Armut beginnt in Deutschland bei einem Monatseinkommen von 869 Euro netto für einen Single und bei 1826 Euro für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren. Die Statistiker sprechen von Armutsgefährdung, Armutsrisiko oder relativer Armut, messen absolute Armut aber nicht. Grundlage der Berechnungen ist die Definition der Europäischen Union, nach der Menschen als armutsgefährdet gelten, die in dem Jahr der Erhebung weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung haben.