Art.Fair Köln zeigt Kunst für jedes Budget

«Kunst zu sammeln, ist gut für Seele, Geist und Herz», sagt Andreas Lohaus, einer der beiden Direktoren der Kölner Kunstmesse Art.Fair. Das sei besser als das Sammeln von Uhren oder Autos. Immer mehr Leute begeisterten sich dafür.

Zum elften Mal präsentiert die Art.Fair bis Sonntag im Kölner Staatenhaus Kunst der Gegenwart und der Moderne - und das für jedes Budget. Mehr als 90 internationale Galerien zeigen auf 16 000 Quadratmetern Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotos, Installationen und Videokunst, für die zwischen 300 Euro und mehr als eine Million Euro auf den Tisch der Galeristen geblättert werden müssen.

«Wir sind unter den Top Vier in Deutschland», sagt Lohaus. Zu Umsatzzahlen will er sich nicht äußern. Es laufe gut, sagt er nur. «Wir merken, dass viele Galerien immer größere Plätze buchen.» Die hochpreisigen Angebote verkauften sich auch gut. «Mir hat mal jemand gesagt, Arbeiten im Bereich von 100 000 oder 120 000 Euro gingen hier wie geschnitten Brot.» Das gehe dann eben bis zu den Bildern von Gerhard Richter, die auch in diesem Jahr neben Werken weiterer namhafter Künstler angeboten werden.

Dass es gut laufe, zeige sich auch in der Anzahl der Galerien, die schon zum wiederholten Mal auf der Art.Fair ausstellten, sagt der Kunstberater Manuel Ströhlin, der sich für Lohaus und den zweiten Messedirektor, Walter Gehlen, auch als Galeriescout betätigt. Galerien kämen eben nur zurück, wenn sie mit der Messe zufrieden seien. Zwei Drittel der Aussteller seien Rückkehrer, das andere Drittel zum ersten Mal in Köln dabei.

«Wir sind keine Messe, die bei den Ausstellern nur nach den klingenden Namen sucht», sagt Ströhlin. Wenn eine neue Galerie vom Programm her überzeuge, sei sie herzlich willkommen. Viele Galerien hätten mittlerweile ihre Karriere bei der Art.Fair begonnen.

Nach der gängigen Vorstellung benötigt ein Kunstsammler viel Geld. «Überhaupt nicht», widerspricht Lohaus. «Dazu gehört einfach nur die Liebe zur Kunst.» Das beginne mit der ersten Arbeit, für die ein Raum in der Wohnung gesucht werde, und ende mit einem Depot, in dem alles Gesammelte nur noch in Schiebefächern gelagert werde. Das Schöne sei, dass sich immer mehr Leute für das Sammeln von Kunst begeisterten. Das Kunstsammeln sei aus dem elitären Elfenbeinturm herausgekommen und so ein bisschen zur Popkultur geworden.

Seit vier Jahren gehört zur Art.Fair die Abteilung «Blooom». In einer eigenen Halle präsentieren sich da junge Galerien und junge Künstler. Hier kommen Kunst, Design, Fashion und Street Art zusammen.