Griechische Banken vor der Wiedereröffnung

In Griechenland laufen die Vorbereitungen für eine Wiedereröffnung der seit drei Wochen zwangsweise geschlossenen Banken auf Hochtouren. Ab Montag soll das von der Staatspleite bedrohte Land dann wieder zu etwas Normalität zurückkehren.

Griechische Banken vor der Wiedereröffnung
Orestis Panagiotou Griechische Banken vor der Wiedereröffnung

Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) die Notkredite für die klammen Geldhäuser leicht um 900 Millionen Euro ausgeweitet. Zuletzt lagen sie bei rund 90 Milliarden Euro. Zudem gewährten die europäischen Partner dem von der Pleite bedrohten Land einen Brückenkredit in Höhe von sieben Milliarden Euro.

Damit soll Zeit gewonnen werden, das im Grundsatz schon vereinbarte neue Griechenland-Hilfsprogramm auszuhandeln. Dafür werden mehrere Wochen veranschlagt. Die meisten Kapitalverkehrskontrollen bleiben aber weiter bestehen, denn die Finanzlage der Banken bleibt äußerst prekär.

Vizekanzler Sigmar Gabriel wies unterdessen Kritik an der Verhandlungslinie der Bundesregierung gegenüber Griechenland zurück. «Dass wir jetzt einfach sozusagen ins Risiko gehen, ohne dass wir von Griechenland verlangen, dass das Land sich verändert, diese Forderung (...) finde ich nicht richtig», sagte der SPD-Chef im ZDF-Sommerinterview, aus dem die «heute»-Sendung am Samstagabend Ausschnitte zeigte. «Weil dann müssten wir es in Italien, Spanien, Portugal genau so machen», begründete Gabriel die Haltung der Bundesregierung. «Das könnte die Eurozone nicht überleben.»

Zugleich erneuerte Gabriel seine Kritik an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dessen Vorstoß eines vorübergehenden Ausstiegs Griechenlands aus dem Euro. «Diesen Vorschlag als deutschen Vorschlag einzubringen, war aus meiner Sicht nicht vernünftig», sagte Gabriel. Das hätte man «anders machen müssen.» Schäuble habe gewusst, so Gabriel, «dass wir in der Sozialdemokratie nur für einen einzigen Fall bereit sind, über ein Aussteigen Griechenlands aus der Eurozone zu reden», nämlich dann, «wenn die Griechen das selbst wollen.»

Um die Belastungen der Bürger durch die Kapitalverkehrskontrollen etwas zu mindern, sollen die Griechen künftig pro Woche auch auf einmal bis zu 420 Euro abheben dürfen. Bisher waren es höchstens 60 Euro pro Tag. Dies führte zu langen Warteschlangen vor den Automaten.

Das neue Hilfspaket soll nach bisherigen Planungen bis zu 86 Milliarden Euro für drei Jahre umfassen. Im Gegenzug muss Athen harte Spar- und Reformauflagen erfüllen. Ministerpräsident Alexis Tsipras ist zwar nach eigenen Worten nicht überzeugt, dass die Reform- und Sparauflagen seinem Land aus der Krise helfen werden. Aber er will das Programm dennoch umsetzen und entließ die Gegner der Auflagen aus seiner Regierung und ersetzte sie durch enge Mitarbeiter.