Tsipras vor neuer Kraftprobe

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras steht bei der Umsetzung der Reform- und Sparpläne vor einer neuen Kraftprobe mit seinem Syriza-Bündnis.

Tsipras vor neuer Kraftprobe
Orestis Panagiotou Tsipras vor neuer Kraftprobe

Nach dem Verlust der Parlamentsmehrheit beim ersten Reformvotum vergangenen Donnerstag wegen linker Abweichler soll am Mittwochabend das zweite von den Gläubigern verlangte Reformpaket vom Parlament in Athen gebilligt werden. Diesmal geht es um die Modernisierung der Justiz und der Banken. Die Koalition aus Syriza und der rechten Partei der Unabhängigen Griechen (Anel) hat nur noch 123 Abgeordnete. Tsipras steht damit praktisch einer Minderheitsregierung vor, die von der Opposition geduldet wird.

Um ein weiteres Abbröckeln des Koalitionslagers zu verhindern, rief Tsipras die Abweichler am Vorabend auf, Vorschläge zu machen, wie Griechenland denn ohne Hilfe der Gläubiger gerettet werden könnte. Er habe vom linken Flügel zwar «heldenhafte Erklärungen (gegen das von Tsipras mit den Gläubigern vereinbarte Reformprogramm) aber keine Alternativvorschläge vernommen», sagte Tsipras vor Mitarbeitern.

Der Linke Syriza-Flügel lief unterdessen weiter Sturm gegen die Reformen und sprach offen von der Möglichkeit eines Euro-Austritts. Die vom linken Lager kontrollierte Parteijugend forderte heute abermals einen Sonderparteitag. Die linke Präsidentin des Parlamentes, Zoi Konstantopoulou, bezeichnete das neue Sparprogramm als «Putsch», der gestoppt werden müsse.

Mit der Abstimmung wird am späten Abend gerechnet.