Athens Schuldenstreit trübt die Dax-Stimmung wieder ein

Die anhaltende Unsicherheit um Griechenland hat die Dax-Anleger wieder in die Defensive gedrängt.

Der deutsche Leitindex hatte zwar am Vormittag die Marke von 12 000 Punkten kurz übersprungen, war dann jedoch wieder ins Minus abgerutscht. Zuletzt stand das Börsenbarometer 0,82 Prozent tiefer bei 11 842,07 Punkten.

Am Freitag hatte das Börsenbarometer bereits wegen Sorgen um eine Staatspleite Griechenlands und ein Ausscheiden aus dem Euro den größten Verlust innerhalb einer Woche seit Anfang November 2011 verzeichnet. An den ersten beiden Handelstagen dieser Woche war es mit den Kursen noch nach oben gegangen und auch der Mittwoch begann zunächst freundlich.

Nun hat sich die Ungewissheit um einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone wieder Bahn gebrochen. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel um 0,88 Prozent auf 21 153,37 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax stand 0,36 Prozent tiefer bei 1660,34 Punkten.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,26 Prozent nach unten. Vor Beginn der heißen Phase der Berichtssaison in Deutschland nähmen einige Anleger die Causa Griechenland als Anlass, Gewinne mitzunehmen, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank.

Der griechischen Regierung fehlen rund 2,5 Milliarden Euro, um im Mai ihre Verpflichtungen gegenüber Geldgebern, Bediensteten und Rentnern zu erfüllen.

Athen hatte am Montag per Erlass alle staatlichen Institutionen und öffentlich-rechtlichen Betriebe gezwungen, ihre Geldeinlagen an die griechische Zentralbank zu überweisen. Allerdings weigern sich zahlreiche Städte und Regionalverwaltungen, ihre Geldeinlagen der Zentralregierung zur Verfügung zu stellen.

Die Kursverluste im Dax zogen sich durch viele Branchen: So büßten die Papiere der Deutschen Post 1,61 Prozent ein und für die Aktien des Konsumgüterherstellers Beiersdorf ging es um 1,76 Prozent nach unten. Die Anteile des Versicherers Allianz fielen um 1,84 Prozent.

Bankaktien zählten zu den wenigen Gewinnern. An der Spitze des deutschen Leitindex verteuerten sich die Papiere der Commerzbank um 1,57 Prozent auf 12,595 Euro, nachdem sie am Vortag in einem freundlichen Gesamtmarkt um gut anderthalb Prozent nachgegeben hatten.

Im Fokus der Anleger standen zur Wochenmitte allerdings eher die Papiere der Deutschen Bank. Sie stiegen um 0,90 Prozent. Die Aktionäre hoffen weiter auf eine erfolgversprechende neue Konzernstrategie sowie ein baldiges Ende des Libor-Skandals um manipulierte Zinssätze.

Im SDax der kleineren Werte ragten die Anteilsscheine von Puma mit plus 2,53 Prozent positiv hervor. Die weltweite Nummer drei im Sport nach Nike und Adidas hatte im ersten Quartal den Umsatz überraschend deutlich gesteigert, wie aus den Geschäftszahlen des Mutterkonzerns Kering hervorgeht.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere stieg von 0,05 Prozent am Vortag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,14 Prozent auf 141,01 Punkte nach. Der Bund-Future legte um 0,09 Prozent auf 160,06 Punkte zu. Der Eurokurs stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0743 (Dienstag: 1,0700) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9308 (0,9346) Euro.