Atom-Endlagerung könnte erst 2170 abgeschlossen sein

Die bundesweite Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll und dessen Bau könnte sich um Jahrzehnte verzögern und deshalb deutlich teurer werden.

Eine Arbeitsgruppe der Endlager-Suchkommission kommt in einem Analysepapier zu dem Schluss, dass «der Zustand eines verschlossenen Endlagerbergwerks zwischen 2095 bis 2170» denkbar ist. Zwischen den Jahren 2075 bis 2130 könnte nach jetzigem Stand die Einlagerung der hochradioaktiven Abfälle aus den deutschen Atomkraftwerken beendet sein, bevor die komplizierten Arbeiten zur sicheren, radioaktive Strahlung abschirmenden Schließung beginnen würden. Die 33-köpfige, beim Bundestag angesiedelte Kommission soll bis Mitte 2016 die Grundlagen der Suche erarbeiten.

Zunächst hatte die «Frankfurter Rundschau» über die Zeitannahmen berichtet. Der Kommissionsvorsitzende Michael Müller (SPD) sagte der Zeitung, die Kosten für die Suche und die Endlagerung könnten deshalb in den nächsten Jahrzehnten auf 50 bis 70 Milliarden Euro ansteigen. Bisher ist unklar, in welchem Umfang die Atomkonzerne für die Kosten am Ende aufkommen werden. Nach dem bisherigen Fahrplan könnte ab 2018 die Suche mit dem Vergleich geeigneter Endlagerstandorte beginnen.

Auch der seit 1977 als einzige Option im Fokus stehende Salzstock Gorleben bleibt im Rennen. Bis 2031 soll der Endlagerort gefunden sein, dann muss es noch gebaut und der in Zwischenlagern lagernde Atommüll umgepackt werden in endlagerfähige Behälter. Eigentlich sind die Zwischenlager und die Castor-Behälter nur auf 40 Jahre ausgelegt, aber diese Fristen könnten deutlich überschritten werden.

Angesichts der Probleme prüfte die Arbeitsgruppe auch ganz andere Endlageroptionen, etwa im Weltall oder in der Antarktis. Aber das Einsinkenlassen von wärmeerzeugenden Behältern in das mehrere Kilometer dicke Eis sei keine Option - zudem sieht das Gesetz eine Einlagerung der deutschen Atomabfälle im Inland vor. Zudem verbiete der Antarktisvertrag eine solche Atomabfalleinlagerung im Eis.