«Au revoir»: Thierry Henry beendet Karriere

Mit Frankreich wurde Thierry Henry Welt- und Europameister. Mit dem FC Barcelona gewann er die Champions League. Beim FC Arsenal machte er sich als Rekordtorschütze mit 228 Treffern in 377 Spielen unsterblich.

Nach 20 Jahren und mehr als 35 Trophäen und persönlichen Auszeichnungen beendete Thierry Daniel Henry im Alter von 37 Jahren seine glanzvolle Karriere. «Ich habe entschieden, vom professionellen Fußball zurückzutreten», schrieb der 123-malige Nationalspieler auf seiner Facebook-Seite. Nach seinem Abschied von den New York Red Bulls Anfang Dezember wird er in Zukunft als TV-Experte für Sky in England arbeiten.

«Eine Legende sagt au revoir!», titelte die «Sun». Es sei an der Zeit für einen anderen Karriereweg, erklärte Henry. Er werde nach London zurückkehren und freue sich auf seine Aufgaben beim Fernsehen. Zudem wird er eine Trainerausbildung beginnen, verriet der «Telegraph». Ein Comeback beim FC Arsenal in noch nicht festgelegter Funktion scheint wahrscheinlich. «Es war eine unfassbare Reise. Ich habe wundervolle Erinnerungen. Ich hoffe, ihr habt es genauso genossen wie ich», schwärmte Henry und bedankte sich bei Fans, Mitspielern und allen Angestellten seiner ehemaligen Arbeitgeber AS Monaco, Juventus Turin, Arsenal, Barcelona, New York und der Nationalmannschaft.

Trotz der historischen Erfolge mit der «équipe tricolore» wurde der Ausnahmestürmer erst bei den «Gunners» zum Helden. Seit drei Jahren steht eine Bronzestatue von Henry vor dem Emirates Stadion. «Die Engländer habe ihm eine Statue errichtet. Bei uns hat er unterdessen nicht immer die Anerkennung genossen, die er verdient hat», gab der Präsident der französischen Profiliga (LFP), Frédéric Thiriez, zu: «Mit seiner Erfolgsliste und seinem Torrekord (51) im Nationalteam wird er allerdings immer eine Legende bleiben. Simply the best.»

Französische Medien nannten Henry einen «König fern der Heimat». Für Liverpools Ex-Profi Jamie Garragher ist der Angreifer «wahrscheinlich der beste Spieler, den die Premier League je gesehen hat.» Ein Abschiedsspiel für Henry gilt als beschlossene Sache. Nationaltrainer Didier Deschamps, viele Jahre ein Kollege in der Landesauswahl, habe sich mit Verbandsboss Noël Le Graët darüber bereits verständigt, spekulierten mehrere Blätter übereinstimmend.

Schon in seinem ersten Profi-Spiel für den AS Monaco machte der damals 17-Jährige 1995 zwei Tore. Sein erster Treffer war ein Traumtor. Von dieser Sorte sollten viele weitere folgen. Allein in der Premier League traf er 175-mal. In seiner Zeit von 2007 bis 2010 in Barcelona holte er zweimal die Meisterschaft. 2009 gewann er mit den Katalanen neben dem spanischen Double auch noch die Königsklasse.

Die vergangenen vier Jahre verbrachte der Weltmeister von 1998 im Big Apple. Sein letztes Spiel endete mit einer Enttäuschung: In den Playoffs schieden Henry & Co. im Halbfinale aus. Kurz danach kamen Gerüchte auf, er könnte zum Abschluss seiner Karriere noch einmal für Arsenal auflaufen. In London hatte er zwischen 1999 und 2007 seine größte Zeit. Mit den «Gunners» wurde er zweimal englischer Meister und dreimal FA-Cup-Sieger. Henry wurde dreimal zum Fußballer des Jahres gewählt und war viermal bester Torschütze der Liga. In der Saison 2003/2004 blieb er mit Arsenal sogar ungeschlagen.

Nach seinem letzten Auftritt in New York schloss Henry eine erneute Rückkehr zum FC Arsenal als Spieler - so wie bei seinem Kurz-Gastspiel 2012 - aber aus. «Arsenal verlässt man nie. Aber wie viele Comebacks kann man machen? Wir alle lieben den ersten Rocky-Film, aber ich bin nicht sicher, ob das auch für den letzten zutrifft». Dennoch: Es würde nicht verwundern, wenn Henry im Rahmen seiner Trainer-Ausbildung schon bald wieder bei den Nord-Londonern auftaucht. Coach Arsène Wenger hat ihm das bereits angeboten.