Audi baut Tablet-Display ins Auto ein

Audi rüstet seine Autos mit LTE-Datenfunk auf und baut ein großes Touchscreen-Display zur Bedienung ein.

Über den Tablet-artigen Bildschirm mit einer Diagonale von 10 Zoll (25,4 cm) sollen die Infotainment-Anlage und andere Fahrzeug-Funktionen kontrolliert werden, sagte Audis Elektronik-Chef Ricky Hudi am Dienstag auf der Messe CES in Las Vegas. Auch Apps werden über das «Smart Display» aufgerufen.

Außerdem zeigt Audi die Anzeige-Tafel des neuen Modells TT, die statt der traditionellen Zeiger-Instrumente ein Display hat. Damit können direkt vor den Augen des Fahrers eine Karte zur Navigation, das Telefonbuch oder die Musikauswahl eingeblendet werden. Die Geschwindigkeits-Anzeige nimmt dann entsprechend mehr oder weniger Platz ein.

In Las Vegas wurde eine große Allianz mit Google angekündigt, an der Audi neben Honda, Hyundai und der Opel-Mutter General Motors beteiligt ist. Die Partner wollen das dominierende Smartphone-System Android im Auto etablieren. So wird in den Audis zum Beispiel Googles Sprachsuche verfügbar sein. Das «Smart Display» hat typische Elemente der Android-Bedienung integriert.

Audi-Chef Rupert Stadler betonte jedoch, die Rolle von Android beschränke sich im Auto auf Kommunikation und Vernetzung. «Wenn ein PC mal schwach auf der Brust ist, machen Sie einen Neustart. Wenn Sie im Auto unterwegs sind, geht es um Sicherheits-Anforderungen und Produkthaftung, da kann man nicht jeden herumfuhrwerken lassen», sagte er in einem dpa-Interview. Deshalb gebe es klare Vorgaben, dass es keine Eingriffe zum Beispiel in Steuer- oder Bremssysteme geben dürfe.

Audi brachte nach Las Vegas seine Prototypen selbstfahrender Autos mit und ließ sie auch über die berühmte Hotelmeile rollen. Für das viel diskutierte Problem der Verantwortung bei automatisierten Fahrzeugen sieht Stadler eine klare Lösung: «Der Fahrer des Fahrzeugs wird immer in der Haftung sein.» Allerdings müsse die Industrie ihm genug Sicherheit geben, «dass er sagt: Das ist sowas von ausgereift und gut, das mache ich jetzt». Der Audi-Chef rechnet damit, dass viele offene Fragen in zwei bis drei Jahren geklärt sein werden.

«Die vergangenen 30, 40 Jahre der Automobilindustrie waren relativ einfach im Vergleich zu dem, was wir in den nächsten 10 Jahren vor uns haben», sagte Stadler. Das liege zum einen an der Herausforderung, die Fahrzeuge deutlich umweltfreundlicher zu machen. Zum anderen erfordere die Vernetzung der Autos «gigantische Investitionen».