«Aufregender Moment» für Silberpfeil-Crew

In der Morgendämmerung von Jerez bei gerade mal drei Grad hat Mercedes seine Mission Titelverteidigung in der Formel 1 endgültig gestartet. In der Boxengasse enthüllten Weltmeister Lewis Hamilton und Vizechampion Nico Rosberg ihren neuen Silberpfeil.

«Die Vorstellung eines neuen Autos ist ein aufregender Moment für alle Beteiligten», sagte Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff.

Der F1 W06 ist eine Weiterentwicklung des Wagens, mit dem Mercedes in der vergangenen Saison die Konkurrenz nach Belieben beherrscht hatte. Hamilton gewann elf Rennen, Rosberg fünf. Einzig Daniel Ricciardo im Red Bull konnte die Phalanx der Silberpfeile dreimal durchbrechen. «Es wäre sehr gefährlich, sich auf unseren Lorbeeren von 2014 auszuruhen. Keiner von uns hat das Gefühl, dass es nun einfacher werden würde. Im Gegenteil: Unsere Motivation ist stärker denn je zuvor», betonte Wolff in einer Pressemitteilung.

Optisch fällt vor allem die elegant geschwungene neue Nase des Silberpfeils auf. Aber der Teufel stecke nun mal im Detail, betonte Technikdirektor Paddy Lowe. Sowohl am Chassis als auch an der Antriebseinheit, die sich im vergangenen Jahr als klar überlegen gegenüber Renault und Ferrari erwiesen hatte, habe es eine Reihe Weiterentwicklungen gegeben.

Rosberg fuhr in Jerez als erster mit seinem Wagen aus der Box, die Auftaktrunde in die Testsaison gehörte jedoch Sebastian Vettel. Mit seinem neuen Ferrari fuhr er am wartenden Rosberg vorbei auf den Kurs in Andalusien. Der italienische Rennstall hatte den SF15-T bereits am Freitag via Internet vorgestellt. Auch Ricciardo unternahm im neuen RB11 von Red Bull gleich zu Beginn eine sogenannte Installationsrunde. Auffallend dabei die Testlackierung des neuen Autos von Vettels Ex-Rennstalls im schwarz-weißen Camouflage-Look.

Bereits am Donnerstag hatten die beiden Silberpfeil-Piloten ihre ersten Fahrten mit dem neuen Wagen absolviert. Die Film- und Werbeaufnahme waren jedoch von eisigem Wetter im englischen Silverstone gestoppt worden.

In Jerez dürfen die Teams noch bis einschließlich Mittwoch testen. Zwei weitere Testphasen stehen danach in Barcelona an, ehe am 15. März die Roten Ampeln in Melbourne zum ersten von derzeit geplanten 20 Grand Prix in diesem Jahr erlöschen. «Bis zum ersten Rennen liegt jedoch noch ein langer Weg vor uns. Um mit unseren Gegnern, deren Können und Wettbewerbsfähigkeit niemals unterschätzt werden darf, mithalten zu können, müssen wir ein schnelles und zuverlässiges Rennauto bauen», betonte Wolff. «Im Moment hat jedes Team noch null Punkte.»