Auftragsmangel bei A380: Airbus halbiert Produktion

Fehlende Aufträge für den Riesenflieger A380 und Pannen beim Militärtransporter A400M drücken beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus auf die Stimmung.

Auftragsmangel bei A380: Airbus halbiert Produktion
Hannah Mckay Auftragsmangel bei A380: Airbus halbiert Produktion

Bei dem Militärtransporter gebe es in diesem Jahr große Herausforderungen, sagte Airbus-Konzernchef Tom Enders am Mittwoch vor Investoren in London. Risse am Rumpf und Triebwerksprobleme halten mehrere Maschinen am Boden. Zudem bremsen bei dem neuen Passagierjet A350 Probleme mit Zulieferern die Produktion.

Beim weltgrößten Passagierjet A380 muss Airbus die Produktion mangels neuer Bestellungen mehr als halbieren. Nach 27 Maschinen im Vorjahr sollen ab 2018 jährlich nur noch 12 Exemplare des Fliegers ausgeliefert werden, wie am Vorabend bekannt wurde. Der Chef der Verkehrsflugzeugsparte Airbus, Fabrice Brégier, hält es nun auch nicht für den passenden Zeitpunkt, um eine Neuauflage des Flugzeugs als A380neo mit sparsameren Triebwerken und weiteren Verbesserungen zu entwickeln.

Trotzdem sprach Brégier von einigermaßen guten Ergebnissen bei der Luftfahrtmesse in Farnborough vor den Toren Londons. Dort hat der Flugzeugbauer seit Montag bereits Verträge und Vorverträge über rund 220 Jets eingesammelt. Für das laufende Jahr peilt Brégier insgesamt Bestellungen für 650 bis 700 Verkehrsflugzeuge an. Damit sollen mindestens so viele Neuaufträge hereinkommen, wie Airbus im gleichen Zeitraum Maschinen ausliefert.

Aus Lateinamerika sammelte Airbus einen Großauftrag ein. Der Luftfahrtkonzern Synergy habe für seine Fluglinie Avianca Brasil 62 Mittelstreckenjets aus der Modellfamilie A320neo bestellt. Laut Preisliste hat der Auftrag einen Gesamtwert von rund 6,7 Milliarden Dollar - je nachdem, um welche Varianten des Flugzeugs es sich handelt. Allerdings sind bei großen Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich.

Die A320neo ist die spritsparende Neuauflage der seit den 1980er Jahren gebauten A320. Sie wird in drei verschiedenen Längen als A319neo, A320neo und A321neo angeboten.

Airbus-Finanzchef Harald Wilhelm betonte, dass der Konzern seinen Gewinn in diesem Jahr stabil halten und in den kommenden Jahren weiter steigern will. Allerdings rechnet der Konzern bei seinen Gewinnprognosen Sonderbelastungen wie die Probleme bei der A400M grundsätzlich als Sondereffekte heraus.