Augsburg macht Furore - Joker Esswein sorgt für Club-Rekord

Markus Weinzierl reckte nach dem Vereinsrekord die Faust in die kalte Luft des Rheinlands, das Lächeln wollte dem Trainer des FC Augsburg gar nicht mehr vergehen.

2:1 (0:1) bei Bundesliga-Rückkehrer 1. FC Köln gewonnen, vier Siege in Serie - «wenn's läuft, dann läuft's», kommentierte der Fußball-Lehrer die wunderbare Situation der Schwaben.

Die Premierentreffer im FCA-Trikot durch Nikola Djurdjic (53.) und den fünf Minuten zuvor eingewechselten Alexander Esswein (90.) machen es möglich: Am Samstag kommt es in Augsburg zur Top-Partie gegen den großen Nachbarn aus München. Da seien die Bayern «haushoher Favorit», ließ Weinzierl wissen, ehe er gelassen ergänzte: «Wir haben keine Angst und lassen uns keine Angst machen.»

Das ist auch nicht nötig. Denn der FCA mischt die Liga auf, hat nach 14 Spieltagen mit 24 Punkten schon so viele Zähler wie 2013/2014 in der gesamten Hinrunde. Dennoch hebt keiner ab. «Das ist eine überragende Momentaufnahme», ließ der defensive Mittelfeldmann Daniel Baier wissen. Um dann mit viel Selbstvertrauen hinzuzufügen: «Jetzt haben wir ein überragendes Spitzenspiel.»

Das hat sich der Underdog, der keiner mehr ist, redlich verdient. Mit Besonnenheit und Gelassenheit nehmen sie's, wie's kommt. Und sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wie beim 3:1 gegen Hamburg vor einer Woche machten sie einen Rückstand wett, obwohl Weinzierl nach dem 0:1 durch Anthony Ujahs fünften Saisontreffer (13.) festhielt, «dass es irgendwie auch glücklich war».

Die 48 500 Zuschauer staunten: 70 Prozent Ballbesitz hatte Augsburg vor der Pause - dennoch führte Köln. «Wir haben erste 45 Minuten gesehen, die sehr, sehr in Ordnung waren», meinte Kölns Trainer Peter Stöger. Nach der vierten Heimpleite war der Österreicher aber «überhaupt nicht zufrieden». Stöger: «Das war zu wenig, das war zu wenig Gegenwehr.»

Das kam Djurdjic und Esswein zugute. Der Serbe glich aus, ehe Esswein für großen FCA-Jubel sorgte. «Das schmeckt schon sehr gut», meinte Djurdjic. Esswein, der erstmals seit dem 16. März 2013, damals noch für Nürnberg, wieder ein Erstligator erzielte, war «einfach überglücklich».

Im ersten Spiel nach der Ära des zurückgetretenen FCA-Präsidenten Walther Seinsch hatten die Augsburger anfangs durchaus Probleme: Kölns Slowake Dusan Svento vergab früh (2.) die mögliche Führung. Die gelang dann gut zehn Minuten später. Pawel Olkowski durfte ungehindert flanken, der Nigerianer Ujah nahm den Ball mit der Brust mit, Torwart-Routinier Alexander Manninger war machtlos.

Zwei aufregende Szenen gab es in der 30. Minute. Zunächst hielt Kölns Keeper Timo Horn einen Baier-Kopfball sicher fest, beim Konter musste Jan-Ingwer Callsen-Bracker gegen Olkowski auf der Linie klären. Dann hatte der im Sommer vom FCA nach Köln gewechselte Kevin Vogt das 2:0 auf dem Fuß, sein Flachschuss strich aber knapp links vorbei.

Augsburg wirkte in den ersten 45 Minuten zu passiv. Doch das änderte sich. Die Schwaben agierten energischer und wurden mit dem 1:1 belohnt. Danach kam Köln kaum noch nach vorn - das 1:2 durch den eingewechselten Esswein war die Strafe. Stöger: «Das ist bitter.»

Ballbesitz in %: 35,4 - 64,6

Torschüsse: 12 - 14

gew. Zweikämpfe in %: 48,4 - 51,6

Fouls: 10 - 13

Ecken: 5 - 9

Quelle: optasports.com