96 jubelt im Abstiegskampf - Augsburg praktisch in Europa

Der scheidende Kapitän Lars Stindl hat Hannover 96 den ersten Sieg im Jahr 2015 und damit drei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga beschert. Mit dem 2:1 (1:1) beim FC Augsburg rückten die Niedersachsen auf den rettenden 15. Tabellenplatz vor.

96 jubelt im Abstiegskampf - Augsburg praktisch in Europa
Stefan Puchner 96 jubelt im Abstiegskampf - Augsburg praktisch in Europa

Stindl erzielte beide Tore (24./54. Minute). Am letzten Spieltag kann Trainer Michael Frontzeck im eigenen Stadion gegen den punktgleichen SC Freiburg seine Rettungsmission vollenden.

Auch der FC Augsburg stand trotz der Niederlage nicht als Verlierer da: Die Schwaben, für die Paul Verhaegh per Foulelfmeter zum 1:1 traf (30.), haben vier Jahre nach dem Aufstieg ihre erste Teilnahme am Europapokal zu 99 Prozent sicher. Nach der Gelb-Roten Karte für Hannovers Hiroki Sakai (77.) gelang einem recht kopflos anrennenden FCA vor 30 660 Zuschauern auch in Überzahl nicht das 2:2. In der 90. Minute sah dann auch FCA-Kapitän Verhaegh die Ampelkarte.

Die Gastgeber offenbarten besonders in der defensiven Organisation ungewohnte Mängel. Immer wieder hatten Jimmy Briand oder auch Hiroshi Kiyotake neben Matchwinner Stindl viel Raum. Ein Aktivposten war im defensiven Mittelfeld der baumlange Salif Sané, der viele Bälle eroberte und auch offensiv Akzente setzte. Eine Ablage von Sané ermöglichte Abwehrspieler Sakai eine gute Schusschance, aber der Japaner ballerte aus 14 Metern drüber (3.).

Die zweite 96-Chance saß: Eine Kombination über Kiyotake und Briand schloss Kapitän Stindl überlegt im Strafraum ab. Das Tor beflügelte aber mehr die Augsburger, die ihren optischen Vorteilen nun auch mehr Zielstrebigkeit hinzufügten. Sané klärte vor Halil Altintop (25.). Ein Kopfball von Ragnar Klavan flog über das Tor (25.). Als kurz darauf Sakai FCA-Außenverteidiger Abdul Rahman Baba foulte, verwandelte Verhaegh den Elfmeter sicher.

Der Augsburger Kapitän beweis dabei Nervenstärke: Eine Woche nach seinem Fehlschuss in München lupfte er den Ball abgezockt in die Tormitte; Nationaltorwart Ron-Robert Zieler war in einer Ecke seines Tores abgetaucht. Die letzte Chance der ersten Hälfte hatten aber die Gäste. Eine Hereingabe von Edgar Prib hätte Baba fast ins eigene Tor gelenkt (45.).

Auch nach dem Seitenwechsel schien der Europa-Druck die Augsburger mehr zu belasten als zu beflügeln. Die Gäste zeigten plötzlich Effektivität: Der bewegliche Mittelstürmer Briand zog nach einem langen Ball auf dem linken Flügel los, bediente im Strafraum Stindl, der bedrängt den Ball über die Linie drückte.

Auch nach der Einwechslung von Pierre-Emile Højbjerg bekam der FC Augsburg im Mittelfeld keinen richtigen Zugriff auf das Spiel. Raul Bobadilla arbeitete sich vergeblich in der Sturmspitze auf. Glück hatten die Gäste, dass ein Handspiel von Sakai im Strafraum von Schiedsrichter Felx Zwayer nicht mit Elfmeter geahndet wurde (66.). In der hektischen Schlussphase überstand 96 auch die Phase in Unterzahl. Kurios: Auch der zuvor letzte Sieg war Hannover im vergangenen Dezember gegen Augsburg gelungen.