Augsburger Durchhalteparolen nach neuem Dämpfer

Beim FC Augsburg klingen die Aufmunterungsversuche nach der neuen Enttäuschung immer verzweifelter. «Es hilft ja nichts», sagte Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker nach dem unnötigen und entlarvenden 1:3 (0:1) im zweiten Gruppenspiel der Europa League gegen Partizan Belgrad.

Augsburger Durchhalteparolen nach neuem Dämpfer
Stefan Puchner Augsburger Durchhalteparolen nach neuem Dämpfer

Nicht weniger als 28 Mal schossen die Schwaben auf das Tor, knapp ein Dutzend richtig guter Chancen waren dabei - und am Ende jubelten die Serben. «Wir müssen effektiver werden», forderte Trainer Markus Weinzierl vor der Partie in der Fußball-Bundesliga in Leverkusen am Sonntag. «Das hat mit dem Kopf zu tun, es ist eine Sache des Selbstvertrauens.»

Dass nur ein Tor vor Raul Bobadilla (57. Minute) heraussprang, die Gäste aus Belgrad dagegen den Doppelpack von Andrija Zivkovic (31./62.) und das Eigentor von Dong-won Ji (54.) bejubeln konnten, liegt aber nicht nur am aktuellen Pech im Abschluss. «Das ist auch eine Qualitätsfrage», gab Weinzierl zu und verwies dabei auf U20-Weltmeister Zivkovic, den Matchwinner am Spieltag zwei.

Mit weiterhin null Punkten ist das Weiterkommen in der Europa League nur noch schwer zu bewerkstelligen - viel wichtiger für den FCA ist derzeit aber ohnehin die Liga. Dort rangiert das Überraschungsteam der Vorsaison nach nur einem Sieg aus sieben Partien auf Rang 16, nun geht es zum Champions-League-Teilnehmer nach Leverkusen. «Die Enttäuschung ist da», gab Daniel Baier zu, sprach aber wegen der vielen erarbeiteten Chancen von «Selbstvertrauen für Sonntag».

Noch besser wäre natürlich gewesen, wenn mehr als nur eine dieser Chancen zum Torerfolg geführt hätte - allein Bobadilla vergab vor seinem Treffer ein gutes halbes Dutzend Hochkaräter, zum Teil wenige Meter vor der Torlinie. «Es ist sehr viel Pech dabei gewesen heute. Wir hatten viele Chancen, aber der Ball wollte einfach nicht rein», meinte Callsen-Bracker. Selbst eine halbstündige Überzahl nach Gelb-Rot für den Belgrader Aleksandar Subic verhalf dem FCA nicht zu weiteren Toren.

«Es ist wahnsinnig enttäuschend, wenn Du als Verlierer vom Platz gehst. Das ist total ärgerlich», sagte Manager Stefan Reuter im TV-Sender Sky. Der Weltmeister von 1990 glaubt aber nicht, dass die Lage gefährlich wird. «Wenn Du nicht locker lässt, wirst Du belohnt. Und wir lassen nicht locker.»