Aus für Keller auf Schalke - Di Matteo wird Nachfolger

Der FC Schalke 04 hat sich nach dem Fehlstart in die Saison von Cheftrainer Jens Keller getrennt. Als Nachfolger soll bereits am Mittwoch der Schweizer Roberto Di Matteo vorgestellt werden, teilte der Fußball-Bundesligist mit.

Der Zeitpunkt der Trennung des von Anfang an umstrittenen Kellers kam zwar überraschend, war vom Liga-Elften intern aber gut vorbereitet. Nur zwei Siege aus zehn Pflichtspielen und das Aus im DFB-Pokal hatte die Clubführung alarmiert. Der 44-jährige Di Matteo soll bereits am Mittwoch vorgestellt werden und im kommenden Heimspiel gegen Hertha BSC am 18. Oktober auf der Trainerbank sitzen. Getrennt hat sich Schalke auch von Co-Trainer Peter Hermann und Torwart-Trainer Holger Gehrke.

«Die Leistungen der Mannschaft in den vergangenen Wochen sind immer wieder starken Schwankungen unterlegen gewesen», kommentierte Schalke-Manager Horst Heldt laut einer Mitteilung die Trennung. Auch positive Ansätze wie die sieben Punkte aus der englischen Woche mit dem i-Tüpfelchen des Derbysiegs hätten leider keine nachhaltige Wirkung gezeigt. «Es fehlt die notwendige Konstanz, um unsere gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen. Daher haben wir uns dazu entschieden, einen Schnitt zu vollziehen.»

Besiegelt war das Keller-Aus nach dem 1:2 bei 1899 Hoffenheim am vergangenen Samstag. «Das geht nicht so weiter», hatte Heldt bereits angekündigt. Die Suche nach einem Nachfolger für Keller, der im Dezember 2012 den Niederländer Huub Stevens als Chefcoach bei Schalke ablöste, dürfte da schon abgeschlossen gewesen sein.

Di Matteo soll die «Königsblauen» nun wieder in die Erfolgsspur bringen. Der gebürtige Schweizer spielte 34 Mal für die italienische Nationalmannschaft und feierte 2012 den größten Erfolg seiner Trainerkarriere: Mit dem FC Chelsea gewann er mit einem Finalsieg gegen Bayern München die Champions League, wurde aber wenige Monate später beim englischen Premier-League-Club entlassen. Di Matteo ist der zwölfte Trainer auf Schalke seit September 2004.

Seit der Beförderung von Jens Keller vom Nachwuchs- zum Chefcoach der Schalke-Profis gab es Diskussionen um ihn. Seine Entlassung schien schon oft (fast) beschlossene Sache gewesen zu sein. Immer wieder hatte Manager Heldt das «Stehaufmännchen» gestützt und verteidigt. Und wenn der Druck am größten war, landete Keller mit seinen «Knappen» Befreiungsschläge und sorgte für Erfolge.

So zog Schalke unter seiner Regie zweimal in die Champions League ein und erreichte in der aktuellen Gruppenphase beim FC Chelsea sowie gegen Außenseiter NK Maribor jeweils ein 1:1. Das 2:1 im Revierderby gegen Borussia Dortmund schien zuletzt seine Position wieder gefestigt zu haben. «Ich habe keine Lust mehr, über meine Person zu reden», sagte Keller wenige Tage vor seinem Aus. «Man hat jetzt 22 Monate über mich geredet.» Sein Vertrag war im Mai 2013 um zwei Jahre bis zum Ende der Saison 2014/15 verlängert worden.

Bis Sonntagabend hatte er noch geglaubt, auch die aktuelle sportliche Krise zu überstehen. «Ich freue mich, ich bin gerne Trainer bei Schalke», sagte er einen Tag nach der Pleite in Hoffenheim. «Wir haben zweimal die Champions League erreicht. Viele Trainer beneiden mich für diesen Job.»