Auschwitz Komitee: KZ-Rede «widerliches Signal»

Das Internationale Auschwitz Komitee hat die KZ-Bemerkung des deutsch-türkischen Autors Akif Pirinçci bei der Pegida-Kundgebung in Dresden als «ein widerliches Signal der Schamlosigkeit» verurteilt.

Auschwitz Komitee: KZ-Rede «widerliches Signal»
Ursula Düren Auschwitz Komitee: KZ-Rede «widerliches Signal»

Die Instrumentalisierung des Begriffes «KZ» lasse die Überlebenden deutscher Konzentrationslager, die KZs am eigenen Leib erfahren hätten, fassungslos und verstört zurück, teilte das Komitee am Dienstag in Berlin mit. Dass dies in Deutschland geschehe, sei «jenseits jeden Geschmacks».

Pirinçci hatte in seiner Rede den Satz gesagt: «Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb». Das war allerdings nicht auf Flüchtlinge bezogen. Vielmehr versuchte er damit, deutsche Politiker zu verunglimpfen, die «zunehmend als Gauleiter gegen das eigene Volk» agierten. Die Staatsanwaltschaft Dresden leitete Ermittlungen wegen Volksverhetzung ein.

Der Vizepräsident des Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, forderte die Politik zum Handeln auf. «Bisher sind die Antworten Europas auf rechte Herausforderungen kläglich und desillusionierend.» Das gelte auch besonders für Menschen, die in Europa Schutz und Hilfe suchten. «Wenn aus der deutschen Hilfsbereitschaft nicht sehr schnell eine europäische Lösung wird, wird Europas Selbstbild und seine Bedeutung weiter zerbröseln.» Rechtsextremen und populistischen Bewegungen sei dann «Tür und Tor noch weiter geöffnet», erklärte Heubner.