Auschwitz-Prozess in Lüneburg begonnen

Einer der letzten großen Auschwitz-Prozesse hat in Lüneburg begonnen. Der 93-jährige frühere SS-Mann Oskar Gröning muss sich vor dem Landgericht wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300 000 Fällen verantworten.

Der Angeklagte erschien mit einem Rollator im Gerichtssaal, gestützt von seinen Anwälten. Unter den mehr als 60 Nebenklägern sind Holocaust-Überlebende und Angehörige. Das Interesse ausländischer Medien an dem Prozess ist groß.

Gröning soll im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau geholfen haben, das von Häftlingen zurückgelassene Gepäck wegzuschaffen. Er soll daraus Geld an die SS weitergeleitet haben. So habe er dem NS-Regime wirtschaftliche Vorteile verschafft und das systematische Töten der Nationalsozialisten unterstützt, wirft ihm die Anklage vor. Grönings Anwalt hatte angekündigt, sein Mandant wolle aussagen.

Sollte der 93-Jährige verurteilt und für haftfähig erklärt werden, erwartet ihn eine Strafe von mindestens drei Jahren. Für den Prozess sind bis Ende Juli 27 Verhandlungstage angesetzt.