Ausschreitungen begleiten Bauernproteste in Athen

Die seit mehr als zwei Wochen andauernden Proteste der griechischen Landwirte haben nun die Hauptstadt Athen erreicht: Aus Wut über eine geplante Renten- und Steuerreform versuchten wütende Bauern aus Kreta, das Landwirtschaftsministerium zu besetzen.

Ausschreitungen begleiten Bauernproteste in Athen
Pantelis Saitas Ausschreitungen begleiten Bauernproteste in Athen

Dabei bewarfen sie die Polizei mit Steinen und Tomaten und schleuderten gezündete Feuerwerkskörper, wie das Fernsehen zeigte. Fensterscheiben gingen zu Bruch. Mindestens zwei Tage solle der «Sturm auf die Hauptstadt» dauern, hatten die Landwirte angekündigt.

Um die Mittagszeit wollten Landwirte aus allen Landesteilen mit ihren Traktoren vor dem Parlament in Athen demonstrieren. Um ein Verkehrschaos abzuwenden, blockierte die Polizei am Freitagmorgen elf wichtige Straßen, die ins Athener Stadtzentrum führen, wie das Staatsfernsehen zeigte. Nur Bauern in Bussen und Zügen sowie Autos wurde die Weiterfahrt erlaubt. Wer mit seinem Traktor nach Athen fuhr wurde gestoppt.

Die Bauern blockieren im ganzen Land bereits an mindestens 130 Stellen wichtige Straßen mit ihren Traktoren und lassen nur Notfälle durch. Alle anderen Fahrer müssen riesige Umwege in Kauf nehmen. Die Landwirte sollen, wie auch viele Selbstständige, mit höheren Steuern und Abgaben zur Sanierung der schwer defizitären Rentenkassen und der Staatsfinanzen beitragen. Für die Bauern sind unter anderem eine Anhebung der Rentenbeiträge von 7 auf 20 Prozent sowie die Abschaffung von Steuerprivilegien vorgesehen.