Aussicht auf gebannte Staatspleite löst Rally an US-Börsen aus

Der wahrscheinlich gebannte US-Staatsbankrott hat am Mittwoch eine Rally an den US-Börsen ausgelöst. Kurz vor dem Fristablauf am Donnerstag einigten sich Demokraten und Republikaner, die Schuldengrenze des Landes zu erhöhen.

Aussicht auf gebannte Staatspleite löst Rally an US-Börsen aus
Justin Lane Aussicht auf gebannte Staatspleite löst Rally an US-Börsen aus

Auch die seit zwei Wochen teilweise lahm liegende US-Verwaltung soll nach Verabschiedung eines Übergangsbudgets wieder ihre Arbeit aufnehmen. Das Gesetz musste noch beide Kongresskammern passieren, was jedoch als nahezu sicher galt. Die Republikaner gaben ihren Widerstand auf.

Der Dow Jones Industrial schloss mit plus 1,36 Prozent auf 15 373,83 Punkten nur minimal unter seinem Tageshoch. Für den S&P 500 ging es um 1,38 Prozent hinauf auf 1721,54 Punkte. Damit ist der Index nur noch etwas mehr als acht Punkte von seiner Bestmarke entfernt, die er im September erreicht hatte. Der Nasdaq 100 rückte um 1,14 Prozent auf 3281,67 Punkte vor und stand damit so hoch wie zuletzt im Jahr 2000.

Unter den Konzernen, die am Dienstag nach Börsenschluss oder an diesem Tag ihre Quartalsbilanz vorgelegt hatten, stach die US-Großbank Bank of America positiv heraus. Im dritten Quartal hatte sich der Überschuss deutlich erholt. Die Erwartungen der Analysten wurden zwar knapp verfehlt, dennoch legte die Aktie im S&P-100-Index um 2,25 Prozent zu. Der Bank kommt zugute, dass die Amerikaner ihre Kredite wieder regelmäßiger bedienen können. Zudem führte der Komplettausstieg aus der chinesischen Großbank China Construction Bank zu einem Sondergewinn. Künftig soll sich zudem ein hartes Sparprogramm auszahlen. Im Dow legten die Aktien von JPMorgan und Goldman Sachs im Spitzenfeld des Dow um 3 Prozent zu.

Den Intel-Papieren gelang im festen Gesamtmarkt die Kehrtwende in die Gewinnzone. Sie rückten im Dow um marktkonforme 1,33 Prozent vor. Der Chiphersteller leidet weiterhin unter einem schwachen PC-Markt, doch scheint sich der Rückgang zu verlangsamen, wie Analystin Christin Armacost von S&P Capital IQ schrieb. Zudem hatte das Geschäft mit Chips für Rechenzentren zugelegt. Mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal ist der Konzern aber vorsichtiger als die Analysten.

Beim US-Internetdienstleister Yahoo waren im dritten Quartal Umsatz und operativer Gewinn zurückgegangen. Das Ergebnis wurde vor allem von hohen Entwicklungskosten für neue Produkte belastet. Die Aktie gab um 0,87 Prozent nach.

Der Euro legte nach einer Berg- und Talfahrt im US-Handel wieder kräftig zu und stand zum US-Aktienmarktschluss bei 1,3529 Dollar. Am Rentenmarkt gewannen richtungweisende zehnjährige Anleihen 15/32 Punkte auf 98 15/32 Punkte und rentierten mit 2,676 Prozent.