Aussicht auf weiteres EZB-Geld treibt Dax auf Rekordstand

Die Aussicht auf noch mehr billiges Notenbank-Geld hat den Dax am Montag auf ein Rekordhoch getrieben.

Die Märkte seien extrem optimistisch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit der Ankündigung umfangreicher Käufe von Staatsanleihen ein starkes Zeichen zur Stützung der Wirtschaft setzen werde, hieß es beim Wertpapierhändler IG.

Am Nachmittag war der deutsche Leitindex bis auf 10 293,04 Punkte nach oben geklettert und hatte damit seinen jüngsten Höhenflug fortgesetzt. Zum Handelsschluss indes ließ der Schwung wieder etwas nach, die US-Aktienmärkte blieben wegen eines Feiertages geschlossen. Am Ende legte der Dax noch um 0,73 Prozent auf 10 242,35 Punkte zu.

Der MDax der mittelgroßen Werte ging nach einem zwischenzeitlichen Sprung bis auf die Rekordmarke von 17 882,51 Punkten um 1,12 Prozent höher bei 17 874,12 Zählern aus dem Handel. Der TecDax zog um 0,97 Prozent auf 1453,41 Punkte an. Für den Technologiewerte-Index bedeutete das immerhin den höchsten Schlussstand seit Mitte 2001.

Bereits am Freitag hatte der Dax nach den Turbulenzen um die Entkoppelung des Schweizer Franken vom Euro historische Bestmarken erreicht und nachbörslich sogar erstmals die Marke von 10 300 Punkten übersprungen. Die Geldflut der Notenbanken treibt seit Jahren die Aktienbörsen an.

Alles andere als die erwartete Ankündigung eines «QE»-Programms («Quantitative Easing»/quantitative Lockerung) der EZB würde vor diesem Hintergrund die Akteure am Aktienmarkt enttäuschen, sagte Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba mit Blick auf die anstehende Notenbank-Sitzung am Donnerstag. Bis zum Höhepunkt der Woche rechnen Marktteilnehmer mit einiger Nervosität.

Der jüngste Kursrutsch in China indes ließ den Dax kalt. Dort hatte die Wertpapieraufsicht den kreditfinanzierten Aktienkauf aus Sorge um eine Marktüberhitzung eingeschränkt. Der Wertpapierkauf auf Pump gilt als einer der Treiber an den chinesischen Festland-Börsen im vergangenen Jahr.

Auch die jüngste Verschärfung des Konflikts zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes sowie die anstehenden Wahlen in Griechenland könnten dem Markt derzeit kaum etwas anhaben, erklärte Windts Kollege Christian Schmidt.

Bei den Einzelwerten gaben Analystenkommentare die stärksten Impulse. Die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas gewannen an der Dax-Spitze 3,92 Prozent nach einer wohlwollenden Äußerung eines Experten.

Umgekehrt hinkten die Anteilsscheine des Roboterbauers Kuka dem Markt hinterher und schlossen im MDax 0,14 Prozent tiefer. Analysten hatten hier Sorgen wegen Marktanteilsverlusten bei Industrierobotern und wegen einer kostspielige Übernahme geäußert.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,58 Prozent auf 3220,90 Punkte. Auch der Pariser Leitindex CAC 40 und der Londoner FTSE 100 schlossen im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,35 Prozent auf 139,79 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,20 Prozent auf 157,74 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1605 (Freitag: 1,1588) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8617 (0,8630) Euro.