Auszüge aus Obamas Rede an die Nation

Im Konflikt um Syriens Chemiewaffen hat US-Präsident Barack Obama für eine diplomatische Lösung geworben, sich einen Militärangriff auf syrische Ziele aber offen gehalten. Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert Auszüge aus seiner Rede.

Auszüge aus Obamas Rede an die Nation
Evan Vucci / Pool Auszüge aus Obamas Rede an die Nation

«Ich habe Rufen nach Militäreinsätzen standgehalten, weil wir nicht den Bürgerkrieg anderer durch Gewalt lösen können, vor allem nicht nach einer Dekade des Krieges im Irak und in Afghanistan. Die Situation hat sich aber am 21. August tiefgreifend geändert, als die Regierung von Assad mehr als Tausend Menschen zu Tode vergast hat, darunter Hunderte Kinder. Die Bilder von diesem Massaker machen einen krank. (...)

In dieser schrecklichen Nacht hat die Welt mit grausamen Details die fürchterliche Natur von Chemiewaffen gesehen, und warum die überwältigende Mehrheit der Menschheit sie zu einem Tabu erklärte, zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit und zu einer Verletzung des Kriegsrechts. (...)

Am 21. August wurden diese grundsätzlichen Regeln verletzt und damit unser Gefühl gemeinsamer Menschlichkeit. (...)

Darüber hinaus wissen wir, dass das Assad-Regime verantwortlich war. (...)

Wenn Diktatoren Gräueltaten verüben, dann sind sie davon abhängig, dass die Welt wegschaut, bis diese grausamen Bilder aus dem Gedächtnis verschwinden. Aber diese Dinge sind geschehen. Die Fakten können nicht geleugnet werden. (...)

Wenn wir es nicht schaffen, etwas zu unternehmen, dann wird das Assad-Regime keinen Grund sehen, die Chemiewaffennutzung zu beenden. (...)

Wenn die Kämpfe über die Grenzen Syriens schwappen, dann könnten diese Waffen Alliierte wie die Türkei, Jordanien und Israel bedrohen. (...)

Das ist keine Welt, die wir akzeptieren sollten. (...)

Ich glaube, dass unsere Demokratie stärker ist, wenn der Präsident mit der Unterstützung des Kongresses handelt. (...)

Das gilt vor allem nach einer Dekade, die mehr und mehr kriegerische Macht in die Hände des Präsidenten gegeben hat, und mehr und mehr Last auf die Schultern unserer Soldaten, während die Vertreter des Volkes bei wichtigen Entscheidungen, wann wir Gewalt einsetzen, an die Seitenlinie geschoben werden. (...)

Das US-Militär macht keine Nadelstiche. Selbst ein eingeschränkter Schlag sendet eine Nachricht, die keine andere Nation liefern kann. (...)

Fast sieben Jahrzehnte lang waren die Vereinigten Staaten der Anker der globalen Sicherheit. Das bedeutete mehr, als internationale Vereinbarungen zu schmieden. Es bedeutete, sie durchzusetzen. Die Last der Führung ist häufig sehr groß, aber die Welt ist ein besserer Ort, weil wir sie getragen haben. (...)

In was für einer Welt werden wir leben, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika einem Diktator zusehen, wie er mit Giftgas unverschämt internationales Recht verletzt, und wir entscheiden, wegzuschauen? (...)»