Autoabsatz in China boomt: Mercedes fährt BMW weiter hinterher

Chinas Automarkt wächst schneller als erwartet. Im Dezember stieg der Absatz von Personenwagen um 21,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Branchenverband CAAM am Donnerstag in Peking mitteilte.

Damit legte der Pkw-Markt im gesamten Jahr um 16 Prozent auf 17,93 Millionen Autos zu. Für 2014 werden 9 bis 11 Prozent Wachstum vorausgesagt.

Deutsche Hersteller profitieren kräftig vom Boom auf dem größten Automarkt der Welt. BMW konnte im vergangenen Jahr 19,7 Prozent mehr Autos in China verkaufen, während Mercedes nur um 11 Prozent zulegte. Mit einem massiven Ausbau ihres Vertriebsnetzes um 100 neue Händler in diesem Jahr sowie der Markteinführung neuer Modelle wollen die Stuttgarter aufholen.

Daimler-Vorstand Hubertus Troska räumte den Abstand zur schneller wachsenden Konkurrenz von BMW und Audi ein. «Ganz klar, da wollen wir nicht drumherum tanzen», sagte er. «Es gibt eine große Kluft.» Er setze aber zunächst auf Umorganisation und eine bessere Marktpositionierung: «Wir wollen nicht um jeden Preis den Volumen nachjagen.»

Der früher aus zwei konkurrierenden Organisationen bestehende Vertrieb sei inzwischen vereinheitlicht worden. Die Ausbildung werde vorangetrieben. «Wir haben gute Fortschritte gemacht und sind zuversichtlich über die Entwicklung.» Troska dämpfte die Erwartungen für 2014, zeigte sich für die weitere Zukunft aber optimistisch: «2015 wird stärker.»

Für die BMW-Gruppe fiel das Wachstum 2013 in China hingegen «deutlich höher als erwartet» aus, wie China-Chef Karsten Engel in Peking sagte. Das Reich der Mitte stieg damit zum wichtigsten Markt für die BMW-Gruppe auf. Jeder fünfte BMW weltweit (rund 19,5 Prozent) wird heute schon in der Volksrepublik verkauft.

Besonders im vierten Quartal habe der Absatz noch einmal angezogen. Nach 303 000 Stück im Vorjahr habe BMW im vergangenen Jahr 362 500 Wagen verkauft. Allein der Zuwachs in China sei ähnlich groß wie der gesamte Absatz in Frankreich gewesen. «Wir haben unsere Ziele übererfüllt», sagte Engel vor Journalisten.

Für das neue Jahr rechnet die BMW-Gruppe vorsichtig mit etwas mehr als zehn Prozent Wachstum. Die Münchner wollen ihren Anteil auf dem chinesischen Oberklasse-Markt aber noch ausbauen. «Wir wollen schneller wachsen als die anderen», betonte Engel.

Auch das Geschäft mit der Finanzierungsgesellschaft in China, die gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner Brilliance betrieben wird, entwickle sich «deutlich stärker als erwartet». Fast jeder dritte BMW in China werde heute bereits auf diese Weise finanziert.

Die Kapazität in dem Gemeinschaftsunternehmen in Shenyang in der Provinz Liaoning in Nordostchina wurde 2013 von 200 000 auf 300 000 Einheiten erhöht. Sie lasse sich kurzfristig auf 400 000 hochfahren, sagte Engel. Bisher werden in China die Modelle X1, die 3er-Serie in kurzer und langer Version sowie ein langer 5er-BMW gebaut.

Die Zahl der BMW-Händler stieg 2013 um 60 auf 420. Auch in diesem Jahr soll im Schnitt wieder jede Woche ein neuer Händler aufmachen - zumeist im weniger erschlossenen Westen Chinas. Auch Mercedes hat die Zahl seiner Händler im vergangenen Jahr um 75 auf 337 ausgebaut.