Autoritäres Usbekistan wählt Präsidenten

Bei der Präsidentenwahl in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Usbekistan zeichnet sich eine rege Teilnahme ab.

Autoritäres Usbekistan wählt Präsidenten
Tim Brakemeier Autoritäres Usbekistan wählt Präsidenten

Um 10.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MESZ), vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale, hätten bereits mehr als 36 Prozent der mehr als 20 Millionen Berechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte die Wahlleitung am Sonntag mit.

Eine Wiederwahl von Amtsinhaber Islam Karimow, der den islamisch geprägten und ölreichen Agrarstaat in Zentralasien seit 1989 mit harter Hand regiert, halten Beobachter für sicher. Seine drei Mitbewerber um das höchste Staatsamt gelten als linientreu. Die Opposition beklagt, dass keine unabhängigen Kandidaten teilnehmen dürften.

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisieren seit langem mangelnde demokratische Standards bei Wahlen in Usbekistan. In dem Land gibt es keine freien Medien. Auch der Internet-Zugang ist eingeschränkt.

Bei der Wahl 2007 erhielt der heute 77-jährige Karimow mehr als 88 Prozent der Stimmen. Zuletzt war die Amtszeit des Präsidenten auf fünf Jahre verkürzt worden.

Usbekistan, mit rund 30 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens, ist für seine orientalischen Städte an der Seidenstraße wie Samarkand und Buchara bekannt. Menschenrechtler werfen der Regierung unter anderem Folter in Gefängnissen und Kinderarbeit auf Baumwollplantagen vor.