Tarifgespräche bei der Post haben begonnen

Nach fast vier Wochen bundesweitem Streik hat am Freitag in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) die siebte Tarifrunde für die rund 140.000 Beschäftigten der Deutschen Post begonnen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert 5,5 Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. Außerdem geht es um eine Verlängerung des Kündigungsschutzes für die Mitarbeiter, der Ende des Jahres ausläuft. Ein zentraler Streitpunkt ist die Ausgliederung von Paketgesellschaften mit niedrigerer Entlohnung. Dies lehnt Verdi als «Tarifbruch» ab.

«Wir gehen optimistisch in die Gespräche, aber an den Paketgesellschaften wird nicht gerüttelt», sagte ein Postsprecher. Auch der Verdi-Sprecher zeigte sich «verhalten optimistisch», einen Abschluss zu erreichen. Es werde ein Gesamtpaket aus allen Themen geschnürt. Die bundesweiten Streiks laufen während der Verhandlungen weiter. In der Hamburger Innenstadt versammelten sich mehr als 2000 Postbeschäftigte zu einer Kundgebung.

Auch nach fast vier Wochen mit Einschränkungen in der Brief- und Paketzustellung findet der Streik einer Umfrage zufolge noch großen Rückhalt in der Bevölkerung. Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov ermittelte, haben 63 Prozent der Bundesbürger Verständnis für den Arbeitskampf. Nur 29 Prozent lehnen ihn kategorisch ab.