Bahn plant Fernbus-Offensive

Die Deutsche Bahn will im März ein neues Konzept für den Fernverkehr vorstellen und bereits im Vorfeld mehr Fernbusse auf die Strasse schicken.

Eine neues Konzept für den Fernverkehr werde dem Aufsichtsrat am 18. März vorgelegt und dann öffentlich gemacht, sagte Vorstandschef Rüdiger Grube in Berlin.

«Wir werden mit dem Fernverkehr in die Offensive gehen, an die Fahrgastrekorde der vergangenen Jahre anknüpfen und sie sogar übertreffen», fügte er hinzu.

Bereits im Februar werde die Bahn die Strategie für ihr künftiges Fernbusangebot vorstellen, kündigte Grube an. Das bundeseigene Unternehmen gehört in diesem Markt selbst zu den vier größten Anbietern.

Grube sagte, die Konkurrenz durch Fernbusse habe das Bahn-Ergebnis 2014 mit rund 120 Millionen Euro belastet. Anfang Januar hatten sich die beiden führenden Anbieter MeinFernbus und FlixBus zusammengeschlossen. Sie streben in diesem Jahr mindestens 18 Millionen Fahrgäste an.

Im ersten Halbjahr 2014 war der Fernverkehr der Bahn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz der Sparte verringerte sich um 1,6 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn sank um ein Viertel auf 123 Millionen Euro. Die Geschäftszahlen für 2014 veröffentlicht die Bahn am 19. März.

Anfang Dezember hatte die Bahn eingeräumt, dass sie ihr Preis- und Rabattsystem überprüft. Es gehe um ergänzende Rabattangebote, die Bahncards 25 und 50 werde es in der bisherigen Form weiterhin geben, hatte Vorstandsmitglied Ulrich Homburg gesagt.

Bahnchef Grube bekräftigte das Ziel, gemeinsam mit drei großen Mobilfunkanbietern die ICE-Züge mit zusätzlichen Verstärkern auszurüsten, die die Funkwellen von außen in den Zug leiten. Ziel sei es, Kunden verschiedener Mobilfunkfirmen «so rasch wie möglich ein stabiles und leistungsfähiges Surfen zu gewährleisten.»

Derzeit stellt die Bahn nur im ICE und nur ihren Kunden in der ersten Klasse kostenlos WLAN zur Verfügung. Die übrigen Fahrgäste müssen darauf voraussichtlich noch bis 2016 warten. Denn die Bahn will den ganzen Zug erst ausstatten, wenn die Technik auch stabil funktioniert.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt reicht das nicht aus. «Es genügt nicht, nur den Fernverkehr auszurüsten, auch Regionalzüge und S-Bahnen müssen einen drahtlosen Internetzugang haben», sagte der CSU-Politiker der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwoch). Das schnelle Internet solle der Staatskonzern seinen Kunden kostenlos zur Verfügung stellen.

Die Bahn verwies in der Zeitung darauf, dass sie den Regionalverkehr, anders als den Fernverkehr, nicht eigenwirtschaftlich betreibe, sondern von den Ländern damit beauftragt werde. «Wenn WLAN in Regionalzügen gewünscht wird, muss zum einen die entsprechende Bordtechnik in der Ausschreibung der Verkehrsverträge berücksichtigt werden. Zum anderen muss aber auch entlang der Strecken die zwingend notwendige Mobilfunk-Infrastruktur verfügbar sein», hieß es. «Bei entsprechender Bestellung rüsten wir gerne unsere Züge aus.»