Bahn will Zahl der Fahrdienstleiter erhöhen

Die Deutsche Bahn will die Zahl ihrer Fahrdienstleiter erhöhen. Das kündigte der Bahnvorstand für Infrastruktur, Volker Kefer, am Montagabend in einem Interview in der ARD-Sendung «Brennpunkt» an.

Zudem sei geplant, eine mobile Reserve aufzubauen. Dabei sollen Fahrdienstleiter zusätzlich für weitere Bahnhöfe in der Umgebung geschult werden, um dort im Notfall einspringen zu können. Die Bahn reagiert unter anderem auf große Probleme am Mainzer Hauptbahnhof, wo wegen Personalnot im Stellwerk seit mehr als einer Woche viele Züge ausfallen.

Wegen der massiven Probleme am Hauptbahnhof kommen heute Vertreter von Bahn, Gewerkschaft und Politik zu einem Gespräch in Mainz zusammen. Es wird auch eine Erklärung der Bahntochter DB Netz erwartet, ob und wann sich die Personallage bei den Fahrdienstleitern entspannt. Seit mehr als einer Woche fallen in Mainz wegen kranker und urlaubender Bahnmitarbeiter im Stellwerk Züge aus. Der Chef der Netztochter, Frank Sennhenn, deutete für Dienstag eine Lösung an.

Der Bahnvorstand könne den Personalmangel in Mainz nicht länger als örtliches Problem betrachten, sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Alexander Kirchner. Die Bahn müsse akzeptieren, «dass es hier über Mainz hinaus Handlungsbedarf gibt».

Die Fehler der Vergangenheit müssten im Detail analysiert werden, damit ein vergleichbares Chaos in der Zukunft vermieden werde, erklärte die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner. Dazu gehöre ein Personalkonzept, dass auch bei Engpässen greife und somit der Bahnverkehr aufrechterhalten werden könne. «Vom runden Tisch erwarte ich, dass eine Lösung gefunden wird, die spätestens bis zum Ende der Schulferien greift.»

Bahnchef Rüdiger Grube brach seinen Urlaub wegen der Probleme in Mainz ab. Er will am Mittwoch in Frankfurt an einem weiteren Spitzengespräch mit Personalmanagern der Bahn und der EVG-Führung teilnehmen.