Judoka feiern Gold in Baku - Volleyballer im Finale

Die deutschen Judoka feiern bei ihren Europa-Festspielen den ersten EM-Titel seit 2008, und auch die Volleyball-Asse greifen in Baku nach Gold.

Judoka feiern Gold in Baku - Volleyballer im Finale
Robert Ghement Judoka feiern Gold in Baku - Volleyballer im Finale

Die Hamburgerin Martyna Trajdos bezwang im Judo-Finale der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm die Slowenin Tina Trstenjak mit einem halben Punkt. «Ich fasse es immer noch nicht. Ich bin immer noch wie im Tunnel und kann den Erfolg noch gar nicht richtig realisieren», sagte die Hamburgerin enthusiastisch und freute sich über bislang schon acht Judo-Medaillen für das Team.

Für die Volleyballer geht es bei den Europaspielen nach dem 3:1 (25:17, 18:25, 25:18, 25:18) über Russland erst am Sonntag gegen Bulgarien um den Titel. Das Team von Bundestrainer Vital Heynen zeigte gegen den Olympiasieger eine ganz starke Vorstellung. Die Durchgänge drei und vier wurden zu einer Demonstration der Stärke.

Im Judo werden bei den Europaspielen gleichzeitig auch die EM-Titel vergeben, vor sieben Jahren stand zuletzt Heide Wollert in Lissabon ganz oben auf dem Podest. Für das deutsche Europaspiele-Team war es das 14. Gold. Insgesamt sicherten die Athleten des Deutschen Judobundes an ihrem zweiten Wettkampftag bei den Europaspielen insgesamt fünf Medaillen, dabei holte die sehgeschädigte Ramona Brussig Bronze - am Donnerstag hatten die Judoka bereits dreimal Bronze erkämpft. Laura Vargas Koch unterlag im Finale der Kategorie bis 70 Kilogramm der Niederländerin Kim Polling nach Haltegriff.

Die deutschen Badmintonspieler haben mindestens dreimal Bronze sicher, mit einmal Silber und drei dritten Plätzen schraubten die Junioren-Schwimmer ihr Medaillenkonto auf zwölf. Boxerin Tasheena Bugar verpasste durch eine Niederlage gegen die Französin Estelle Mossely das Finale im Leichtgewicht, damit schloss die deutsche Box-Staffel mit fünfmal Bronze ab. Für die Fechter waren die Spiele trotz Bronze für die Säbel-Herren hingegen bislang enttäuschend.

Umso besser läuft es für die Judoka. «Es ist ein Weltklassefeld hier, alles was Rang und Namen hat, ist hier. Da einen Titel zu holen, ist das, was wir uns wünschen», sagte Mark Borchert, Sportdirektor des Deutschen Judobundes. «Wir sind mehr als im Plan, aber wir haben auch am Samstag noch viele, viele starke Leute, auch unsere schweren, die eigentlich unsere Flaggschiffe sind.»

In der gleichen Klasse wie Vargas Koch holte Szaundra Diedrich mit Ippon gegen Katarzyna Klys aus Polen Bronze. Bei den Männern bis 81 Kilogramm wurde Alexander Wieczerzak ebenfalls Dritter. Siebenmal Einzel-Edelmetall bei einer EM - so eine gute Bilanz hatten die deutschen Judoka zuletzt 2000.

Als erste sehgeschädigte Athletin überhaupt bei den Europaspielen bekam Brussig Bronze umgehängt. «Ich bin glücklich», sagte die 38-Jährige. «Ich habe das Ganze als positiv empfunden. Ich glaube, das kam gar nicht schlecht an bei den Leuten.»

Eine starke Vorstellung liefern auch die Badmintonspieler. Raphael Beck und Andreas Heinz verpassten knapp den Einzug ins Endspiel. Das Doppel musste sich dem dänischen Weltklasse-Doppel Mathias Boe und Carsten Mogensen mit 18:21, 17:21 geschlagen geben. Damit hat das Herren-Doppel Bronze sicher, weil Platz drei nicht ausgespielt wird.

Dieter Domke mit seinem 2:1-Erfolg über den Tschechen Petr Koukal und erneut Beck mit Kira Kattenbeck im Mixed stehen auch im Halbfinale und sind mindestens Dritte. «Ein Traumvormittag» für Sportdirektor Martin Kranitz: «Jetzt haben wir schon drei Medaillen sicher und hoffen, dass es nicht nur dreimal Bronze wird, sondern noch ein bisschen weitergeht.»

Nach der enttäuschenden Vorstellung der Florett-Damen holten die Säbel-Herren die erste Medaille für die Fechter. Richard Hübers, Björn Hübner und Maximilian Kindler sicherten sich in einem Krimi gegen Russland mit 45:44 Bronze. Anne Sauer, Carolin Golubytskyi und Eva Hampel verloren im Florett trotz hoher Führung im Viertelfinale noch mit 43:45 gegen Polen. «Der Einbruch ist nicht zu erklären. Polen in der Besetzung musst du schlagen, nicht knapp, sondern deutlich», sagte Sven Ressel, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes. «Ich bin maßlos enttäuscht über die Mannschaftsleistung.»