Bald erste Tests von Ebola-Impfstoff in Hamburg

Zwei Impfstoffe gegen Ebola werden bereits an Menschen getestet. In Tierversuchen hätten beide einen hundertprozentigen Schutz gezeigt, sagte Marylyn Addo vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung in Hamburg bei einer Fachveranstaltung.

Dabei wird abgeschwächten, genetisch veränderten Trägerviren ein kleines Proteinstück eines Ebola-Virus zugefügt, um den Geimpften immun zu machen. Der eine Impfstoff werde seit September in den USA, Großbritannien und Mali getestet. Der zweite - ein Lebendimpfstoff, der zum Teil in Marburg entwickelt wurde - werde in Kürze in der Schweiz, Gabun, Kenia und Deutschland getestet.

Eine Studie sei in Hamburg geplant: Der Impfstoff werde in Phase 1 insgesamt 30 gesunden Freiwilligen gespritzt, um die Verträglichkeit zu testen - dabei geht es also um die Nebenwirkungen. In Phase 2 könnten bereits Tausende, vielleicht sogar Zehntausende Menschen in Afrika einbezogen werden, sagte Klaus Cichutek, Leiter des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts in Langen. Diskutiert wird den Angaben zufolge aber unter Experten, ob Phase 2 angesichts der Epidemie in Westafrika übersprungen werden soll.

Cichutek geht davon aus, dass 2015 die abschließenden Phase-3-Studien beginnen könnten: «Es geht voran - und schneller als gedacht.»