Sieg gegen Bayern im fünften Finale - Bamberg ist Meister

Die Brose Baskets Bamberg starteten nach dem 88:84 (49:36) im fünften Finale gegen Titelverteidiger Bayern München in eine lange Partynacht.

Sieg gegen Bayern im fünften Finale - Bamberg ist Meister
Daniel Karmann Sieg gegen Bayern im fünften Finale - Bamberg ist Meister

Nachdem der siebte Meistertitel der Vereinsgeschichte perfekt war, brachen bei den Franken alle Dämme. Der Champagner spritzte durch die ausverkaufte Arena, Nationalspieler Daniel Theis fiel seinem Kumpel NBA-Star Dennis Schröder um den Hals und Mäzen Michael Stoschek umarmte jeden seiner Spieler einzeln.

«Das ist ein großartiges Erlebnis, eine tolle Erfahrung», sagte Bambergs italienischer Trainer Andrea Trinchieri nach seiner ersten deutschen Meisterschaft. Die Franken gewannen das fünfte und entscheidende Finale einer hochklassigen und spektakulären Serie gegen den Titelverteidiger und krönten sich damit nach einem Jahr Pause wieder zum Champion.

«Wir haben immer an uns geglaubt, auch wenn wir es am Ende noch einmal spannend gemacht haben», sagte Theis. Vor 6800 Zuschauern in «Freak City» war Kapitän Trevor Mbakwe mit 20 Punkten bester Werfer bei den Bambergern. Bei den Bayern kam John Bryant auf 16 Zähler.

«Es ist sehr bitter am Ende mit leeren Händen dazustehen», sagte Bayerns Heiko Schaffartzik. «Aber Bamberg ist verdienter Meister. Sie waren nicht nur in den Finals das kleine Stück besser als wir, sondern auch in der Saison», meinte der Nationalspieler.

Die Bamberger qualifizierten sich damit für die Euroleague. Wer die Bundesliga dort als zweites Team vertreten wird, entscheidet sich Anfang Juli. Neben den Bayern hat ALBA Berlin gute Aussichten, da das Final Four 2016 in Berlin ausgetragen wird.

Die Bamberger gewannen zudem zum vierten Mal nach 2005, 2010 und 2011 das entscheidende Endspiel vor eigenem Publikum. Noch nie konnte ein Auswärtsteam ein fünftes Endspiel für sich entscheiden, auch die Bayern scheiterten jetzt an dieser Hürde.

Die Brose Baskets starteten furios und wie aufgedreht. Angetrieben von den wohl lautesten Fans der Liga zogen die Hausherren schnell auf 9:0 davon. Die Bayern benötigten fast vier Minuten, um durch Vladimir Stimac die ersten beiden Punkte zu erzielen. Vor allem Theis lief anfangs richtig heiß. Der Nationalspieler, der am Mittwoch bei der Niederlage im vierten Spiel noch enttäuscht hatte, kam schon im ersten Viertel auf zehn Punkte.

Die Bayern suchten dagegen vergeblich ihren Rhythmus. Zwar kehrte der gegen seinen Ex-Club in den Spielen drei und vier verletzt fehlende Anton Gavel beim Stand 12:19 aufs Parkett zurück, die Gäste bekamen aber lange keinen Zugriff auf die Partie. Auch weil sich Bambergs Point Guard Bradley Wanamaker, der zum MVP der Finalserie gewählt wurde, im Vergleich zum Mittwoch steigerte und schon in den ersten zehn Minuten vier Assists auflegte.

Zudem dominierte der Meister der Jahre 2010 bis 2013 die Duelle unter den Körben, vor allem weil Münchens Center Bryant früh mit drei Fouls belastet war. Nach dem ersten Viertel lagen die Gastgeber mit sieben Punkten vorne (26:19), setzten sich im Verlauf des zweiten Abschnitts sogar auf 15 Zähler ab (45:30). Mit zwei Dreiern in Serie hielt Paul Zipser die Bayern zumindest im Spiel, doch Bamberg lag zur Pause immer noch beruhigend mit 49:36 vorne lag.

Zwar kamen die Bayern mit viel Energie aus der Kabine, doch richtig in Bedrängnis bringen konnten sie die Gastgeber nicht. Bryant kassierte schnell sein viertes Foul, die Bamberger zogen phasenweise auf 18 Zähler davon (63:45). Und als Mitte des dritten Viertels auch noch NBA-Star Dennis Schröder als Glücksbringer in der Halle auftauchte, schien der Weg für die Franken frei.

Die Münchner, die im Laufe der Saison viele Rückschläge hatten wegstecken und in dieser Woche den Tod der Väter von Dusko Savanovic und Jan-Hendrik Jagla hatten verkraften müssen, steckten aber nie auf. 21,7 Sekunden vor dem Ende verkürzten sie noch einmal auf drei Punkte, weil die Bamberger offensichtlich Angst vor dem großen Titel hatten. Janis Strelnieks und Dawan Robinson machten per Freiwurf aber alles klar.