Ban will weiter «eng mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten

Nach dem spektakulären Verzicht Saudi-Arabiens auf seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat wollen die Vereinten Nationen weiter eng mit dem Königreich zusammenarbeiten. Die Angelegenheit sei aber Sache der Mitgliedsstaaten, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York.

Ban will weiter «eng mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten
Andrew Burton / Pool Ban will weiter «eng mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten

Ein offizieller Verzicht aus Riad sei noch nicht bei den Vereinten Nationen eingegangen.

«Ich rufe alle Mitgliedsstaaten auf, mit allen UN-Organen zusammenzuarbeiten, während sie weiter darauf wirken, die Arbeitsmethoden der UN zu verbessern», sagte Ban nach einer Sitzung des Sicherheitsrates. «Wir freuen uns darauf, weiter sehr eng mit dem Königreich Saudi-Arabien zusammenzuarbeiten und viele wichtige Herausforderungen anzugehen.» Ban nannte insbesondere den Bürgerkrieg in Syrien und die Unterstützung der Palästinenser, den Konflikt in Jemen und die atomare Abrüstung.

Saudi-Arabien war erst am Donnerstag zum ersten Mal für eine zweijährige Amtszeit in das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen gewählt worden. Nicht einmal 24 Stunden später erklärte das Land, den Sitz nicht antreten zu wollen. Als Grund für die höchst ungewöhnliche Entscheidung nannte das Außenministerium in Riad am Freitag eine «Doppelmoral» im UN-Sicherheitsrat und die Unfähigkeit des Gremiums, Konflikte zu lösen. Ein Beispiel dafür sei der Bürgerkrieg in Syrien.

Unmittelbar zuvor hatte Riads UN-Botschafter noch erklärt, er freue sich auf den Einfluss seines Landes und dass Saudi-Arabien ausgerechnet während des Ramadans den Vorsitz des Rates übernehmen würde.

Noch war unklar, wie es weitergehen sollte und ob es eine Nachwahl geben könnte. Die Vereinten Nationen wurden selbst überrascht, offenbar hat es eine ähnliche Situation noch nicht gegeben. «Selbst Kollegen, die schon lange hier arbeiten und die Vereinten Nationen hervorragend kennen, können sich nicht an solch einen Fall erinnern», sagte ein UN-Sprecher.