Bootsflüchtlinge seit vier Tagen ohne genug Lebensmittel unterwegs

Was passiert mit den rund 8000 Bootsflüchtlingen, die derzeit nach Informationen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf den Meeren in Südostasien auf Rettung warten? Beobachter fürchten Schlimmes.

«Die Zeit wird definitiv knapp»: Sorge um Bootsflüchtlinge
Jun Ha «Die Zeit wird definitiv knapp»: Sorge um Bootsflüchtlinge

"Die Zeit wird definitiv knapp", sagte IOM-Sprecher Joe Lowry in Bangkok am Freitag in einem Interview des Deutschlandfunks. Einige Menschen seien bereits seit Anfang März unterwegs. "Sie durften aber nur begrenzt Lebensmittel und Wasser auf die Boote mitnehmen." Einige der Boote trieben führungslos herum.

"Wir wissen zumindest von einem Schiff mit 350 Menschen, die seit nunmehr vier Tagen weder über ausreichend Lebensmittel noch Wasser verfügen. Das müssen entsetzliche Bedingungen sein", sagte der IOM-Sprecher. Das Schlimme sei, dass diese Boote nirgendwo landen könnten. "Wir können nur hoffen, dass die Regierungen in der Region ihnen das erlauben und dabei helfen werden, auch mit medizinischer und sonstiger humanitärer Hilfe, die dringend benötigt wird."

Menschen versuchen, nach Malaysia zu kommen

Die meisten der Flüchtlingsboote befänden sich im nördlichen Teil des Golfs von Bengalen zwischen Myanmar und Bangladesch und vermutlich vor den Küsten von Malaysia, Indonesien und Thailand. Da die thailändische Regierung scharf gegen die bisherigen Schmuggel-Routen vorgegangen sei, versuchten die Menschen nun vermehrt, nach Malaysia zu gelangen.

Die IOM ist eine im Auftrag von Regierungen tätige Hilfsorganisation, die sich weltweit um Migranten kümmert. Die Organisation verfügt selbst laut Lowry nicht über Hubschrauber oder Schiffe zur Rettung von Flüchtlingen.