Bans Frau für schwierige Fälle: Die Deutsche Angela Kane

Angela Kane kennt in Deutschland kaum jemand. Dabei ist die erfahrene, aber nüchterne Niedersächsin eine der wichtigsten Diplomaten der Vereinten Nationen.

Mehr als die Hälfte ihres Lebens hat sie unter der hellblauen Flagge der UN verbracht - und sich zu einer erfahrenen Krisenlöserin hochgearbeitet, auf die Generalsekretär Ban Ki Moon nicht verzichten mag.

Kane wurde 1948 in Hameln geboren. Sie studierte in München, bei Philadelphia und in Washington. In der Zeit heiratete sie auch einen Amerikaner. Nach dem Studium arbeitete sie für die Weltbank, doch mit knapp 30 ging sie zu den Vereinten Nationen - und begann eine Karriere bis in höchste Ämter der Weltorganisation.

Maßgeblich wirkte sie in der Politik-Abteilung, quasi dem UN-Außenministerium, an der Konfliktvermeidung und -lösung in «allen Weltregionen mit Ausnahme Afrikas» mit. Afrika, das den größten Teil der Arbeit der Vereinten Nationen ausmacht, kannte sie aber schon als stellvertretende Sondergesandte des UN-Generalsekretärs für den UN-Einsatz in Äthiopien und Eritrea und aus ihrer Arbeit im Kongo. Auch in Indonesien und Thailand sammelte sie Erfahrung.

2008 wurde Kane oberste Managerin der UN mit der Verantwortung für den Haushalt und das Personalwesen, Beschaffung und die Renovierung des UN-Hauptquartiers in New York. Der gewaltige Aufgabenbereich schien wie geschaffen für die nüchterne Norddeutsche, die sachlich und ohne viel Aufhebens an die Arbeit ging. Auch Journalisten schätzen Kane: Sie liefert keine Schlagzeilen, aber sachliche Informationen ohne Starallüren.

Vier Jahre später ernannte Ban Kane zur Hohen Vertreterin des Generalsekretärs für Abrüstung. Sonst für Atomwaffensperrvertrag und Rüstungsbegrenzungsabkommen verantwortlich, kümmert sich Kane seit Monaten um den blutigen Konflikt in Syrien. In Damaskus war Kane in letzter Zeit öfter als in Deutschland.