Jubelwochen bei Barça: Vor Titel - Reals Kroos verletzt

Die wahre Freude beim FC Barcelona kam erst mit zweistündiger Verspätung. So lange dauerte es, bis feststand, dass Erzrivale und Verfolger Real Madrid nur noch auf zwei Ausrutscher der Katalanen hoffen kann - in noch zwei ausstehenden Partien in der spanischen Meisterschaft.

Jubelwochen bei Barça: Vor Titel - Reals Kroos verletzt
Kiko Huesca Jubelwochen bei Barça: Vor Titel - Reals Kroos verletzt

Vier Punkte trennen Spitzenreiter Barça und den Tabellenzweiten nach dem 36. Spieltag der Primera Division. Barcelona siegte ungefährdet mit 2:0 gegen Real Sociedad San Sebastian, Madrid kam nicht über ein 2:2 gegen den FC Valencia hinaus - und lag sogar bis kurz vor Schluss 1:2 hinten. Die Generalprobe für das Rückspiel im Stadion Santiago Bernabeu an diesem Mittwoch in der Champions League gegen Juventus Turin hätte käum unglücklicher verlaufen können.

Superstar Cristiano Ronaldo verschoss einen Elfmeter, Weltmeister Toni Kroos musste in der 25. Minute verletzt raus. «Das Ergebnis ist nicht gut, denn der Spielverlauf war genau das Gegenteil», sagte Real-Trainer Carlo Ancelotti. In der Tat hatte sein Team das Geschehen weitgehend klar bestimmt. Nur vermochten die Königlichen ihre Chancen nicht zu nutzen. Auch weil sie Pech hatten: Gleich dreimal trafen sie nur den Pfosten.

Und dann auch noch das frühe Aus von Kroos. «Totaler Alarm», betitelte die Zeitung «As» am Abend ihren Beitrag. Real drohen die Ideengeber auszugehen. Dabei müssen die Königlichen gegen Juve einen 1:2-Rückstand aufholen. Eine Diagnose über Kroos' Verletzung stand vorerst aus. Er verließ den Platz allerdings ohne Unterstützung.

Nachdem in der vergangenen Saison ausgerechnet der kleinere Stadtrivale Atlético die Meisterschaft gewonnen hatte, droht Real in dieser Spielzeit am Erzrivalen aus Katalonien zu scheitern. Pikanterweise kann Barcelona den Titel auch noch beim bereits entthronten Titelverteidiger Atlético am nächsten Sonntag schaffen. «Noch ein Sieg zum Campéon», schrieb die Sportzeitung «Marca».

Doch damit nicht genug. Eine Woche vor dem angestrebten Finale der Champions League am 6. Juni in Berlin wartet auf den Wundersturm mit Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez auch noch das Finale im spanischen Pokal.

Um für das Rückspiel am Dienstag gegen die Bayern bestmöglich gerüstet zu sein, ließ Trainer Luis Enrique einige Spieler rotieren. Wie immer durfte im Tor Claudia Bravo anstelle von Marc-André ter Stegen ran. Sein sagenhaftes Sturmtrio ließ Enrique aber unverändert. Neymar dankte es mit seinem 50. Treffer im Dress der Katalanen und sprach anschließend von einem «großen Spiel». Auch weil Joker Pedro mit seinem sehenswerten Fallrückzieher zum 2:0 zur Stelle war. Zwei Stunden später durften sie erneut jubeln. Da wurde das Remis von Real abgepfiffen.