Barroso spricht mit Hollande über Interview-«Missverständnis»

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat am Rande des G8-Gipfels in Nordirland im Gespräch mit Frankreichs Präsident François Hollande ein «Missverständnis» um eine Interview-Äußerung klargestellt.

«Er hat Präsident Hollande gesagt, dass seine in der Presse veröffentlichte Äußerung nicht auf die französischen Behörden und noch weniger auf Frankreich als Mitgliedsstaat zielte», sagte ein Kommissionssprecher am Dienstag in Brüssel.

Barroso hatte in einem Interview der «International Herald Tribune» die Forderung Frankreichs nach einer Ausklammerung des audiovisuellen Bereichs aus den Handelsvereinbarungen der EU mit den USA als nicht mehr zeitgemäß kritisiert. «Manche sagen, sie gehören der Linken an, aber in Wirklichkeit sind sie kulturell sehr reaktionär», sagte Barroso. Er sprach am Montag mit Hollande darüber.

«Wir können die zahlreichen und manchmal starken Reaktionen in der Folge dieses Missverständnisses nur bedauern», sagte der Kommissionssprecher am Dienstag. «Was die Kommission angeht, so ist dieser Vorfall erledigt. Und ich habe den Eindruck, dass das auch auf höchstem Niveau des französischen Staates so ist.» Barroso sei nach wie vor der Ansicht, dass jene, die sich nicht an die Globalisierung anpassen, reaktionär seien.