Bauarbeiter stirbt bei gewaltiger Explosion in Ludwigshafen

Eine gewaltige Explosion bei Arbeiten an einer Gasleitung in Ludwigshafen hat einen Bauarbeiter getötet, drei weitere sind schwer verletzt worden.

Ein Wohnhaus in der Nähe der Unglücksstelle geriet in Brand, zahlreiche weitere Gebäude wurden beschädigt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Der Bautrupp hatte an einer Hochdruckgasleitung gearbeitet.

Die Feuerwehr korrigierte am frühen Abend die Zahl der Verletzten deutlich nach oben. Nach neuen Erkenntnissen seien 26 Menschen verletzt worden, 7 davon schwer, sagte der Ludwigshafener Feuerwehrchef Peter Friedrich. Drei der Schwerverletzten gehörten wie der bei der Explosion getötete Mann zu der Baufirma, die mit den Arbeiten an der Leitung betraut war.

Nach Angaben des Feuerwehrchefs wurden 50 Häuser beschädigt, einige davon könnten zunächst nicht bewohnt werden. «Das Ausmaß der Zerstörung ist wirklich schlimm», sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die nach Ludwigshafen gekommen war.

Die Bauarbeiter waren an der Leitung im Einsatz, weil ein Untersuchungsgerät vor einigen Tagen in dem Rohr nicht weitergekommen war. «In diesem Bereich gab es eine Unregelmäßigkeit», sagte Friedrich. Die Männer hätten die Leitung freigelegt und rund um die Baustelle Spundwände eingezogen, als es aus bislang unbekannten Gründen zu der Explosion kam.

Die Wucht der Detonation in Ludwigshafen am Rhein war so gewaltig, dass noch in rund 100 Meter Entfernung Scheiben von Häusern und geparkten Autos platzten. Mehrere Fahrzeuge brannten völlig aus. Erst nach zweieinhalb Stunden hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle.

Der Tote konnte wegen der großen Hitzeentwicklung auch mehrere Stunden nach der Detonation noch nicht geborgen werden. Die Polizei riegelte das Gebiet in einem Umkreis von 300 Metern ab.

An einer Häuserreihe in der Nähe fegte die Druckwelle Ziegel hinweg, Bäume blieben als verkohlte Stümpfe zurück. Die ungeheure Hitze ließ an Autos, die auf einem rund 150 Meter von der Explosion entfernten Parkplatz abgestellt waren, die Kunststoffteile schmelzen.

Der Unglücksort im Stadtteil Oppau liegt in der Nähe eines Werksgeländes des Chemiekonzerns BASF. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die Bauarbeiten an der Leitung wurden von der Kasseler Gastransport-Firma Gascade in Auftrag gegeben, einem Gemeinschaftsunternehmen der BASF und dem russischen Gazprom-Konzern. Geschäftsführer Christoph von dem Bussche sprach Familien und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus. «Die Rettungsmaßnahmen sind schnellstmöglich eingeleitet worden. Die Rettungskräfte haben schnell und umfassend gehandelt. Dafür danken wir ihnen vielmals», sagte von dem Bussche.