Bayer plant Milliarden-Kauf in Norwegen

Der Pharmakonzern Bayer plant eine Milliardenübernahme in Norwegen. Die Leverkusener wollen den Krebsmittelspezialisten Algeta kaufen, wie beide Unternehmen bestätigten.

Bayer plant Milliarden-Kauf in Norwegen
Oliver Berg Bayer plant Milliarden-Kauf in Norwegen

Das Kaufangebot liegt nach Algeta-Angaben bei 336 Kronen je Aktie. Damit würde das norwegische Unternehmen mit umgerechnet knapp 1,8 Milliarden Euro bewertet. Die «Frankfurter Rundschau» (Dienstag) hatte zuvor über den geplanten Kauf berichtet.

Bayer und Algeta arbeiten bereits seit 2009 bei Entwicklung und Vermarktung des neuen Hoffnungsträgers Xofigo zusammen: Das Mittel wurde jüngst in der EU zur Behandlung einer besonderen Form von Prostata-Krebs zugelassen. In den USA ist das Medikament schon auf dem Markt. Insgesamt werden Xofigo Spitzenumsätze von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr zugetraut. Hersteller von Krebsmedikamenten sind derzeit bei großen Pharmakonzernen sehr beliebt. Vor allem aus diesem Grund drehte sich das Übernahmekarussell in der Branche besonders schnell.

Algeta brachte die Vermarktung von Xofigo im dritten Quartal einen kräftigen Schub. In den ersten neun Monaten konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 570 Millionen norwegische Kronen (69 Millionen Euro) verdreifachen und war dabei operativ profitabel. Das Unternehmen hatte zudem Ende September 1,47
Milliarden Kronen (178 Millionen Euro) in der Kasse.

Dem Zeitungsbericht zufolge strebt Bayer eine Übernahme im gegenseitigen Einvernehmen an. «Eine Übernahme macht strategisch Sinn», sagte ein Börsianer. Die Reaktion am Finanzmarkt fiel eher verhalten aus. Die Aktie von Bayer lag am Vormittag nur 0,4 Prozent im Plus.

Bayer verfügt im Gegensatz zur Konkurrenz über zahlreiche neue
Hoffnungsträger im Pharmageschäft. Erst Ende Oktober hatte
Konzernchef Marijn Dekkers die Umsatzlatte für die fünf neuen
Medikamente im laufenden Jahr auf rund 1,4 Milliarden Euro
leicht erhöht. Das Spitzenumsatzpotenzial der neuen Pharmaprodukte
veranschlagte er dabei weiter auf mehr als 5,5 Milliarden Euro. Dazu
zählen neben den Krebsmedikamenten Xofigo und Stivarga auch der
Gerinnungshemmer Xarelto, das Augenmedikament Eylea sowie das
Lungenhochdruckmittel Adempas.