Bayern-Basketballer legen Protest gegen Wertung ein

Das Playoff-Viertelfinale zwischen den Basketballern der MHP Riesen Ludwigsburg und des FC Bayern wird wieder zu einem Fall für die Sportjustiz. Nach ihrer 69:75-Niederlage im vierten Spiel der Serie legten die Bayern formal Protest gegen die Wertung ein.

Bayern-Basketballer legen Protest gegen Wertung ein
Andreas Gebert Bayern-Basketballer legen Protest gegen Wertung ein

Die Münchner wehren sich gegen einen möglichen Regelverstoß des Schiedsrichters, der die Gäste am Dienstagabend in der Schlussphase um zwei Punkte gebracht haben soll. Der Spielleiter der Bundesliga (BBL) wollte noch über den Antrag entscheiden. Angesichts des eigentlich für Donnerstag in München geplanten fünften Spiels der Serie drohen den Bayern, Ludwigsburg und der BBL arge Terminnöte.

Der Fall hat eine Vorgeschichte im Jahr 2014, die ihn für die Münchner besonders emotional macht. Schon vor zwei Jahren wurde ein Viertelfinale zwischen Bayern und Ludwigsburg wiederholt, damals hatten die Baden-Württemberger erfolgreich gegen eine Schiedsrichterentscheidung protestiert. Dass der Referee damals wie am Dienstag derselbe Martin Matip war, macht die Sache noch heikler.

Bayern-Trainer Svetislav Pesic zürnt noch heute, wenn er über die Episode von 2014 spricht. Er wird dann richtig laut, sein Blick verfinstert sich. «Das war für mich und für die Spieler die größte Enttäuschung, die wir erlebt haben», erzählte er vor Beginn der Playoffs. «Das war eine große Beleidigung für die Mannschaft.» Den MHP Riesen warf er nichts vor. Dass diese ihre Möglichkeiten voll ausschöpften, «das war legitim. Jeder kann nach dem Spiel Protest einlegen», sagte Pesic und ergänzte - im Lichte der Entwicklung fast schon prophetisch: «Vielleicht kommen wir auch in die Situation.»

Diese ist nun da, und offenbar wollten die Münchner Bosse ihren Coach nicht noch einmal frustriert zurücklassen. Vor zwei Jahren hatten die Bayern laut Pesic den Gang durch die sportjuristischen Instanzen abgebrochen, als die Mannschaft auch das Wiederholungsspiel gewann und ins Halbfinale einzog. Pesic wollte weiter klagen, die Ungleichbehandlung ist schon länger eines seiner zentralen Themen.

Diesmal geht es um einen aus Bayern-Sicht zu Unrecht aberkannten Korb wenige Sekunden vor Schluss der Partie, in der Ludwigsburg zum 2:2 in der Serie ausglich. Schiedsrichter Matip hatte dem Augenschein zufolge nach einem Korbleger von Bayerns Alex Renfroe zunächst auf Goaltending, also unerlaubtes Wegschlagen des Balls in Ringnähe, entschieden. Damit hätte es 71:73 gestanden. Nach einem Videobeweis erkannte Matip die zwei Punkte jedoch wieder ab. Den Bundesliga-Regeln zufolge darf das sogenannte Instant Replay nicht zur Überprüfung von Goaltending genutzt werden.

Pünktlich vor 12.00 Uhr am Mittwoch hatte Bayern den Protest mit schriftlicher Begründung an die BBL geschickt. Spielleiter Dirk Horstmann musste entscheiden, ob er dem Einspruch stattgibt und ein Wiederholungsspiel ansetzt. Dies habe «höchste Eilbedürftigkeit», berichtete Jens Staudenmayer, sportlicher Leiter der BBL. Gegen diese Entscheidung können wiederum die Clubs Berufung einlegen, dann würde das vierköpfige Schiedsgericht der BBL zusammenkommen. Ob und wo denn nun am Donnerstag gespielt war, schien zunächst völlig unklar.