Bayern bejubeln Derby-Sieg: 2:1 gegen Augsburg

Mit einem starken Endspurt hat der FC Bayern den nächsten Derby-Coup des FC Augsburg im letzten Moment abgewendet.

Bayern bejubeln Derby-Sieg: 2:1 gegen Augsburg
Andreas Gebert Bayern bejubeln Derby-Sieg: 2:1 gegen Augsburg

Vor drei Englischen Wochen mit wichtigen Prüfungen in der Fußball-Bundesliga und im Europapokal für beide Teams drehten die Münchner beim 2:1 (0:1) in der Schlussphase das Spiel gegen den kleinen Freistaat-Nachbarn. Nach dem Rückstand durch Alexander Esswein (43. Minute) sorgten Robert Lewandowski (77.) und Thomas Müller (90./Foulelfmeter) vor 75 000 Zuschauern in der Münchner Arena doch noch für den mühsamen Erfolg des Rekordmeisters.

Vier Tage vor dem Champions-League-Auftakt am Mittwoch bei Olympiakos Piräus war die Partie aber auch eine Warnung für die Münchner, bei denen Neuzugang Kingsley Coman seinen Einstand gab. Die Augsburger verpassten trotz Führung ihren ersten Saisonsieg zwar auch in München, aber die Zuversicht vor dem Europa-League-Debüt am Donnerstag bei Athletic Bilbao dürfte gewachsen sein. Nach zwei Siegen in den vorangegangenen Derbys gegen den damals jeweils als Meister feststehenden FC Bayern gingen die Schwaben leer aus.

Die Münchner begannen auch ohne den wegen leichter muskulärer Probleme kurzfristig geschonten Mario Götze sehr dominant. 72 zu 28 Prozent Ballbesitz lautete die imposante Statistik nach einer halben Stunde. Zwingende Torchancen erspielten sich die Gastgeber aber trotz Ballbesitz en masse nur vereinzelt.

Nach einem Eckball von Xabi Alonso (7.) und einer Flanke von Douglas Costa (18.) strich der Ball jeweils knapp am FCA-Gehäuse vorbei. Am dichtesten waren die Bayern nach 20 Minuten an der Führung dran, aber Augsburgs Torhüter Marwin Hitz wehrte mit einer starken Parade den Kopfball von Thiago nach Alaba-Hereingabe noch ab.

Die Schwaben standen hinten sehr sicher, in der Offensive hatten sie lange aber nicht einmal einen richtigen Torabschluss. Als nach Zusammenspiel zwischen Ja-Cheol Koo und Raul Bobadilla der Ball aber zu Esswein kam, fackelte der Flügelspieler nicht lange und hämmerte den Ball mit einem satten Rechtsschuss am machtlosen Manuel Neuer vorbei ins Tor. Es war der erste Bundesliga-Gegentreffer der Münchner zu Hause seit 331 Minuten und dem Siegtor von Bobadilla beim FCA-Erfolg vor vier Monaten in München.

«Wenn du deutscher Meister werden willst, musst du gegen Augsburg drei Punkte holen», hatte der Münchner Sportvorstand Matthias Sammer zum Start von sieben Spielen in 23 Tagen die Marschroute vorgegeben. Überlegen wie vor dem Seitenwechsel stemmte sich sein Team gegen die drohende Niederlage im Bayern-Derby - und erspielte sich schnell gute Chancen. Lewandowski (51.) scheiterte alleine vor Hitz, Thiago (52.) verzog nach einer Alonso-Ecke, Hitz wehrte einen Alonso-Freistoß ab (65.).

Mit der Hereinnahme des von Juventus Turin ausgeliehenen Flügelspielers Coman (56. Minute) nach erst zwei Trainingstagen mit der Mannschaft erhöhte Trainer Pep Guardiola den Druck weiter. Der 19-Jährige («Ich bin der Spieler, der den Unterschied macht») bildete nun mit Costa das Paar auf den Flügeln, auf denen die verletzten Franck Ribéry und Arjen Robben wieder einmal fehlten. Augsburg hatte der Münchner Angriffsmaschinerie nur harmlose Konter entgegenzusetzen.

Dagegen jubelte München: Lewandowski staubte mit seinem insgesamt neunten Tor gegen den FCA nach Vorarbeit von Müller zum Ausgleich ab. Als dann Markus Feulner Costa zu Fall brachte, nutzte Müller den Strafstoß am Tag vor seinem 26. Geburtstag zum 2:1.