Bayern-Geburtstagssieg: Vier Tore und ein starker Neuer

Der FC Bayern hat sich zum Geburtstag mit einem standesgemäßen Heimsieg beschenkt. Nach zwei Erfolgen mit 14:0 Toren begnügte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag allerdings mit einem 4:1 (2:1) gegen Aufsteiger 1. FC Köln. 

Bayern-Geburtstagssieg: Vier Tore und ein starker Neuer
Andreas Gebert Bayern-Geburtstagssieg: Vier Tore und ein starker Neuer

«Wir sind zufrieden, dass wir gewonnen haben, aber wir lassen uns nicht blenden», betonte Sportvorstand Matthias Sammer. Bastian Schweinsteiger (3. Minute) und Franck Ribéry (10.) sorgten beim furiosen Auftakt für die schnellste Münchner 2:0-Führung seit Oktober 2011. Anthony Ujah (45.+1) machte es aber noch mal spannend. Arjen Robben (67.) und Robert Lewandowski gelangen am 115. Gründungstag des FC Bayern (27. Februar 1900) dann die alles entscheidenden Treffer für den letztlich klar überlegenen Tabellenführer vor 75 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena.

Bedanken konnten sich die Bayern trotzdem vor allem auch bei Keeper Manuel Neuer, der drei-, viermal in höchster Not retten musste. «Manuel hat uns heute den Sieg gebracht», betonte Robben. Die Bayern verteidigen auf jeden Fall ihren Acht-Punkte-Vorsprung auf Verfolger VfL Wolfsburg. Die Kölner müssen hingegen fürchten, mit weiterhin 25 Punkten vom 13. Platz in der Tabelle weiter abzurutschen.

Nach den ersten Minuten drohte die Partie in München noch zu einem Debakel für die Gäste zu werden. Nach dem vierten Eckball binnen 180 Sekunden stieg Schweinsteiger nach einer Robben-Ecke hoch und wuchtete den Ball in seinem 333. Spiel für die Bayern per Kopf ins Tor. Bayern-Coach Pep Guardiola nahm die Führung von der Bank aus gelassen zur Kenntnis und erstmal einen Schluck Wasser. Nach dem 8:0 gegen den HSV und dem 6:0 gegen Paderborn konnte einem um die Kölner Angst und Bange werden. «Ich denke, dass wir nicht wirklich gut ins Spiel reingekommen sind», meinte Kölns Manager Jörg Schmadtke und monierte zuviel Respekt.

Nach dem zweiten Tor der Bayern durch Ribéry drohte nach nur wenigen Minuten eine demütigende Packung. «Die ersten zehn Minuten waren atemberaubend», lobte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach beim TV-Sender Sky. Gegen eine Sensation, wie sie sich die Gäste mit Trainer Peter Stöger insgeheim erhofft hatten, sprach auch die Statistik: Die Bayern verloren keines ihrer vergangenen 115 (!) Meisterschaftsspiele nach einer Führung. «Wir haben dumm begonnen», meinte Stöger.

Die Kölner kamen dank bayrischer Mithilfe aber zu einer vielversprechenden Gelegenheit in der 23. Minute. Einen Rückpass von Jérôme Boateng nahm Neuer mit den Händen auf. Den Freistoß von Jonas Hector blockte Thomas Müller. Allzuviel Kraft mussten die Münchner, für die binnen 16 Tagen fünf Spiele in drei Wettbewerben anstehen, in der Folgezeit zunächst nicht aufbringen.

Allerdings gaben sich die Kölner auch nicht auf und wurden gegen dafür unmittelbar vor der Pause belohnt: Per Kopf erzielte Ujah sein achtes Saisontor. Bayern-Verteidiger David Alaba stand zu weit weg von Kölns einziger Sturmspitze.

Ein Münchner Fußball-Feuerwerk wie in den ersten zehn Minuten der Partie blieb nach dem Wiederanpfiff erstmal aus. Im Gegenteil, die Bayern ließen die immer couragierteren Kölner mehr ins Spiel kommen. Von Glück konnten sie reden, Neuer im Tor zu haben: Mit zwei Glanzparaden gegen Ujah und den eingewechselte Marcel Risse bewahrte Neuer den Titelverteidiger vor dem Ausgleich des zweitbesten Auswärtsteams der Liga.

«Sollte uns nicht passieren, weil wir es einfach nicht nötig haben», bemängelte Sammer: «Es kann nicht sein, dass wir im eigenen Stadion zweimal fast ein 2:2 bekommen.» Auch danach lag eine Überraschung in der Luft, bis Robben per Kopfball nach Flanke von Ribéry mit seinem 17. Saisontor dem rheinländischen Aufbegehren ein Ende machte. Wenig später erhöhte Lewandowski per Brust nach Robben-Flanke.

Ballbesitz in %: 76,7 - 23,3

Torschüsse: 23 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 53,9 - 46,1

Fouls: 5 - 11

Ecken: 14 - 5

Quelle: optasports.com