Bayern haken Pokalsieg eilig ab: Feiertag gegen Dortmund

Pep Guardiola belobigte Robert Lewandowski bei dessen Auswechslung mit einem beherzten Bodycheck. Was heißen sollte: Gut gemacht! Weiter so!

Der starke Pole hatte im DFB-Pokalspiel beim Hamburger SV das erste Tor für Bayern München erzielt und zahlreiche Zucker-Zuspiele geleistet. Am Ende erledigte der Cupverteidiger seine Pflichtaufgabe souverän mit 3:1. Lewandowski durfte seine Relaxphase schon 15 Minuten vor Spielende antreten. Aus gutem Grund: Schließlich werden auf den 26 Jahre alten Torjäger in der bevorstehenden Prestigepartie am Samstag (18.30 Uhr) gegen seinen Ex-Club Borussia Dortmund die Augen gerichtet sein. «Das wird ein interessantes Spiel», äußerte Lewandowski seine Vorfreude. «Auswärts ist die Borussia besonders gefährlich.»

Eine Aufarbeitung der Pokalbegegnung in Hamburg hatten die Bayern nicht nötig. Es lief wie erwartet. «Wir haben unsere Lektionen aus dem 0:0 vor einigen Wochen in Hamburg gelernt», sagte Guardiola. Damals kamen die Münchner trotz bekannter Überlegenheit nicht zum Torerfolg. Diesmal leisteten die Norddeutschen Schützenhilfe. Am Ende berichtete Philipp Lahm über sein wohliges Gefühl: «Es ist schön, wenn man über Monate weiß, dass man noch im Pokal dabei ist.» Gespielt wird das Achtelfinale nämlich erst im März 2015, und dann heißt der Gegner in der Allianz-Arena auch noch Zweitligist Eintracht Braunschweig. Das Viertelfinale ist schon gebucht.

Damit hatte sich das Thema Pokal erschöpft. Fortan geisterte nur noch Borussia Dortmund durch die Köpfe der Akteure. «Das Kribbeln ist groß. Solche Spiele genießen wir. Es wird sehr emotional», meinte David Alaba, der HSV-Torhüter Jaroslav Drobny den Ball mittels Flatterschuss aus 30 Metern Entfernung ins Netz gesetzt hatte. Alle Bayern bemühten sich, die in der Bundesliga schwächelnden Borussen starkzureden. «Dortmund hat weiterhin eine sehr gute Mannschaft», beteuerte Alaba. Thomas Müller schwant nichts Gutes: «Möglicherweise hat Dortmund es gegen uns sogar leichter als gegen andere Mannschaften. Die werden sich hinten ein bisschen reinstellen und ihr gefährliches Konterspiel aufziehen.»

Weil der Spitzenreiter auf den Tabellen-15. trifft, musste Rummenigge die Konstellation erst entwirren: «Die Tabelle interessiert uns relativ wenig. Borussia Dortmund hat gewisse Probleme im Moment. Das heißt aber nicht, dass wir sie nicht ernst nehmen. Das wird ein gutes Spiel.» Für den 59-Jährigen ist die Fußballwelt derzeit rosig. Folglich verteilte er Streicheleinheiten. «Trainer und Mannschaft haben das fantastisch gemacht. Wir haben kein Spiel verloren. Wir sind trotzdem nicht arrogant, begegnen jedem Gegner mit Respekt. Das ist eine Charaktereigenschaft dieser Mannschaft», lobte Rummenigge sein Star-Ensemble.

Trotz ihrer momentanen Hängephase bezieht der Vorstandschef die Borussen in sein Lob ein: «Ich finde diese Konkurrenzsituation für den deutschen Fußball grundsätzlich fruchtbar. Mannschaften wie Dortmund und Bayern München tun der Liga gut.»

Selbst ein Flitzer auf dem Hamburger Rasen, der Franck Ribéry einen Schal ins Gesicht schlug und ihm zwei Stinkefinger zeigte, konnte Rummenigge die Laune nicht verderben. «Groß aufregen sollten wir uns nicht. Es ist nichts passiert.»