Bayern will Gaskraftwerk Irsching am Netz halten

Die bayerische Regierung will das Gaskraftwerk Irsching trotz der Schließungswünsche seiner Eigentümer weiter betreiben lassen. «Es kann nicht sein, dass Irsching vom Netz geht, während veraltete Kohlekraftwerke weiterlaufen», sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) müsse sofort handeln und den wirtschaftlichen Betrieb solcher modernen und umweltfreundlichen Gaskraftwerke wie Irsching ermöglichen. «Das hat erste Priorität. Der Bundeswirtschaftsminister redet zu viel über den Stromtransport und zu wenig über die Stromproduktion», sagte Aigner.

Irsching gilt als das modernste Gaskraftwerk Deutschlands. Der Betrieb ist jedoch unter den derzeitigen Bedingungen unrentabel, weil Gasstrom in der Herstellung vergleichsweise teuer ist und Ökostrom Vorrang bei der Einspeisung ins Stromnetz hat.

Die Betreiber hatten bereits 2012 mit der Abschaltung gedroht. 2013 wurde dann ein Sondervertrag für drei Jahre unterzeichnet. Die Kraftwerksbetreiber erklärten sich gegen Zuschüsse in mutmaßlich zweistelliger Millionenhöhe bereit, das Kraftwerk weiter zu betreiben.

Dieser Vertrag läuft Ende März 2016 aus. Nun wiederholt sich offensichtlich das politische Spiel um die Zuschüsse. Der Bund könnte über die Reservekraftwerksverordnung auch den Weiterbetrieb anordnen.