Bayern wollen gegen AS Rom den «Sack zumachen»

Eine berauschende Tor-Gala wie in Rom erwartet der FC Bayern nicht, aber der Gruppensieg im Rekordtempo soll her.

Bayern wollen gegen AS Rom den «Sack zumachen»
Andreas Gebert Bayern wollen gegen AS Rom den «Sack zumachen»

«Solch eine magische Nacht, in der beinahe jeder Schuss ein Treffer ist, wird es gegen die Roma wahrscheinlich nicht noch einmal geben. Wir wollen am Mittwoch dennoch den Sack zumachen», betonte Karl-Heinz Rummenigge.

Der Vorstandschef erinnerte an «die Torlawine» beim 7:1 und einen «Abend für die Ewigkeit, der ganz Fußball-Europa erstaunt hat». Man dürfe sich nun eine «historische Chance nicht entgehen lassen», erklärte Rummenigge und zielte damit auf den Gruppensieg schon nach dem vierten Spieltag ab. Das glückte dem deutschen Rekordmeister bei seinen zwölf Gruppenerfolgen noch nie.

Zum sechstem Mal starteten die Münchner in dieser Saison mit drei Erfolgen aus den ersten drei Partien in eine Gruppenphase der Champions League. Mit drei weiteren Zählern am Mittwochabend würden sie sich vorzeitig den Gruppensieg sichern. Ein Remis reicht immerhin noch für den sicheren Einzug ins Achtelfinale. «Wir haben die Möglichkeit, unsere Gruppenphase zu beenden», erklärte Trainer Pep Guardiola. «Wenn du im Fußball diese Gelegenheit hast, musst du probieren, diese Gelegenheit zu nutzen.»

Mit dem Schwung aus nunmehr 15 Pflichtspielen ohne Niederlage wirken die Münchner dieser Tage schier unbezwingbar. «Unschlagbar ist so ein Wort», sinnierte David Alaba. «Aber sicherlich ist es nicht einfach, uns zu schlagen, wenn wir einen guten Tag haben.» Ein Anreiz, jedes Spiel zu gewinnen, sei es natürlich schon, gestand der Österreicher. Das gelang den Münchnern in der Gruppenphase der Königsklasse noch nicht. Anders als der AC Mailand, Paris Saint-Germain, Spartak Moskau, der FC Barcelona und Real Madrid fuhren die Bayern noch nie sechs Siege in sechs Begegnungen ein.

«Das Wichtigste ist, dass es gegen Rom einen Sieg gibt. Alle erwarten wieder ein Torfestival, aber das ist gefährliche», mahnte Verteidiger Jérome Boateng. «Die Römer werden aus dem aus dem ersten Spiel gelernt haben», bekundete Mario Götze. Einen ängstlichen Gegner erwartet Alaba nach der Demütigung vor zwei Wochen keineswegs. «Ich glaube nicht. Sicherlich werden sie Respekt haben, aber den haben wir auch», betonte der Dauerbrenner der Münchner. Wie Manuel Neuer, Philipp Lahm und Juan Bernat war Alaba in allen 16 Pflichtspielen der Münchner in dieser Saison dabei.

«Das Hinspiel war perfekt, ein irres Spiel. Jetzt wird es schwerer», prognostizierte Bernat zwei Wochen nach dem höchsten Auswärtssieg der Münchner im Europapokal. Nachdem die Bayern nur eins ihrer vergangenen 13 Gruppenspiele verloren - 2:3 gegen Manchester City in der Vorsaison - spricht eigentlich alles für den nächsten Erfolg des Club-Weltmeisters.

Trotz der Schmach im Hinspiel ist der AS Rom mit vier Punkten hinter den Münchnern (9), aber noch vor Manchester City (2) und Moskau (1) der Bayern-Verfolger Nummer 1. «Man kann nicht davon ausgehen, dass eine Partie wie die gegen Bayern keine Spuren hinterlässt», erklärte allerdings Roms Sportdirektor Walter Sabatini. «Es ist eine sehr heikle Phase, alle müssen sich dazu ihre Gedanken machen und noch mehr geben.» Nach dem enttäuschenden 0:2 in der Liga gegen den SSC Neapel forderte Trainer Rudi Garcia von seiner Mannschaft mehr Persönlichkeit und eine Reaktion gegen Bayern.

Rom hat allerdings personelle Probleme in der Abwehr: Der Brasilianer Maicon wird nach einer Knieverletzung nicht rechtzeitig fit und verpasst daher nach dem Hinspiel auch das Rückspiel; der zweite Rechtsverteidiger Vasilis Torosidis hat muskuläre Probleme und trainierte zuletzt nicht mit der Mannschaft. Im Notfall müsste wohl Mittelfeldspieler Alessandro Florenzi hinten rechts aushelfen.

FC Bayern München: Neuer - Benatia, Boateng, Alaba - Lahm, Xabi Alonso, Bernat - Robben, Müller, Götze - Lewandowski

AS Rom: De Sanctis - Torosidis, Manolas, Yanga-Mbiwa, Holebas - De Rossi, Keita, Nainggolan - Iturbe, Pjanic, Gervinho

Schiedsrichter: Cüneyt Cakır (Türkei)