BayernLB bleibt trotz Gewinnsprung vorsichtig

Die BayernLB verkneift sich nach einem kräftigen Gewinnsprung im ersten Halbjahr für den Rest des Jahres allzu große Zuversicht. Lediglich ein positives Ergebnis verspricht Bankchef Gerd Häusler - und bleibt damit vorsichtig.

BayernLB bleibt trotz Gewinnsprung vorsichtig
Peter Kneffel BayernLB bleibt trotz Gewinnsprung vorsichtig

Dabei hat die einst mit Milliarden gerettete Landesbank vor Steuern nach sechs Monaten mit 720 Millionen Euro bereits mehr Geld verdient als im gesamten Vorjahr. Finanzvorstand Stephan Winkelmeier begründete die Zurückhaltung der zweitgrößten deutschen Landesbank vor allem mit der weiter nur schwer vorherzusagenden Wirtschaftsentwicklung in Europa.

Bisher jedenfalls läuft es bestens. Dank besserer Geschäfte aber auch wegen des umstrittenen Verkaufs ihrer Wohnungstochter GBW im zweiten Quartal wuchs der Vorsteuergewinn allein in den Monaten April bis Juni um mehr als das Vierfache auf 563 Millionen Euro. Davon profitiert auch Bayern: Zum August überwies die Bank weitere 50 Millionen Euro und kommt so bei der Rückzahlung der Staatshilfen voran. Bis 2019 muss die Bank 5 Milliarden Euro an den Freistaat zurückgeben, bis heute hat die Bank davon gut 900 Millionen gezahlt.

Finanzminister Markus Söder (CSU) gab sich auch deswegen sehr zufrieden. «Das ist ein erfreuliches Ergebnis. Unsere Arbeit hat sich ausgezahlt. Die BayernLB ist stabil und solide.» Der Freistaat ist zwar noch immer Haupteigentümer der BayernLB, aus dem Aufsichtsrat der Landesbank hat sich die Politik im Juli aber zurückgezogen. Seitdem ist Söder auch nicht mehr Chefaufseher der Bank. Die in Bayern mitregierende FDP unterstrich noch einmal ihre Forderung, der Staat müsse sich bis 2020 endgültig aus der BayernLB verabschieden, sagte der Fraktionsvize im Landtag, Karsten Klein.

«Die soliden Erträge aus dem Kerngeschäft im ersten Halbjahr 2013 zeigen, dass das kundenfokussierte Geschäftsmodell der Bank nunmehr nachhaltig gut funktioniert», sagte Bankchef Häusler. Der Banker arbeitet seit seinem Amtsantritt im April 2010 an der Restaurierung der von der Finanzkrise hart getroffenen Landesbank, die auch noch den Milliarden-Fehlkauf der österreichischen HGAA zu verdauen hatte. Die EU verhängte wegen der Milliarden-Hilfen Auflagen, das dazu gehörige Beihilfeverfahren endete im Juli vor einem Jahr. Neben der Rückzahlung der Staatshilfen musste die BayernLB vor allem schrumpfen - und kam dabei bislang gut voran.

Einer der größten Brocken war die Immobilientochter GBW mit ihren 32 000 Wohnungen vor allem in bayerischen Großstädten. In einem Bieterverfahren bekam ein Konsortium unter Führung des Augsburger Immobilienkonzerns Patrizia den Zuschlag. Auch ein kommunales Bieterbündnis unter Führung Münchens hatte für die Wohnungen geboten, war aber leer ausgegangen. Der BayernLB brachte das erzwungene Geschäft nun ein Geldsegen.

Unter dem Strich macht sich der Verkauf der GBW mit einem einmaligen Plus von 351 Millionen bemerkbar und treibt damit den Gewinn der Bank deutlich nach oben. Doch auch im eigentlichen Bankgeschäft ging es in den ersten beiden Quartal aufwärts, zudem musste die Bank weniger Geld für faule Kredite zur Seite legen als noch vor einem Jahr. Sorgenkind bleibt die ungarische Tochter MKB, die im ersten Halbjahr rund 108 Millionen Euro Verlust machte. Nach Vorgaben der EU muss die BayernLB die MKB bis 2015 verkaufen.