BayernLB-Chef Häusler gibt Posten vorzeitig auf

Die BayernLB muss sich einen neuen Chef suchen. Der Vorstandsvorsitzende Gerd Häusler wird sich in nächster Zeit von der Spitze der Landesbank zurückziehen und seinen eigentlich bis 2015 laufenden Vertrag nicht mehr erfüllen.

Entsprechende Berichte der «Passauer Neuen Presse» und des «Handelsblatts» wurden am Sonntag in Branchenkreisen bestätigt. Warum der 62-Jährige vorzeitig geht, blieb unklar. Ein Sprecher der BayernLB äußerte sich nicht.

Häusler hatte in den vergangenen Jahren einen harten Sanierungskurs bei der BayernLB umgesetzt, nachdem die Bank vor vier Jahren mit Milliardenhelfen vor der Pleite gerettet werden musste. Inzwischen arbeitet die Bank, die mehrheitlich dem Freistaat Bayern gehört, wieder profitabel. Im ersten Halbjahr verdiente sie mit 720 Millionen Euro vor Steuern bereits mehr Geld als im gesamten Vorjahr und will auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen erreichen.

Davon profitiert auch Bayern: Zum August überwies die Bank weitere 50 Millionen Euro und kommt so bei der Rückzahlung der Staatshilfen voran. Bis 2019 muss die Bank auf Druck der EU-Kommission fünf Milliarden Euro an den Freistaat zurückzahlen. Die Verhandlungen über das Sanierungskonzept mit Brüssel gehörten zu den schwierigsten Aufgaben für Häusler und zogen harte Einschnitte bei der Bank nach sich: Um die strengen Vorgaben der EU zu erfüllen, musste sich die BayernLB unter anderem von ihrem Wohnungsunternehmen GBW mit zehntausenden Wohnungen in Bayern trennen. Auch die Bausparkasse LBS musste die BayernLB abgeben, um ihre Kasse zu füllen.

Wer Nachfolger von Häusler wird, ist noch unklar. Auch auf ihn wartet ein hartes Stück Arbeit. Vor allem das Debakel um den milliardenteuren Fehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 macht der Bank immer noch zu schaffen. Die HGAA weigert sich, milliardenschwere Kredite zurückzuzahlen und liefert sich eine juristische Schlacht mit der BayernLB. Zudem läuft derzeit ein Zivilprozess gegen die früheren Vorstände der BayernLB, von denen die Landesbank 200 Millionen Schadenersatz für das HGAA-Debakel haben will.