BayernLB mit Bremsspuren im dritten Quartal

Die BayernLB hat nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr an Fahrt verloren. Im dritten Quartal ging der Gewinn vor Steuern von 97 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 54 Millionen Euro zurück.

BayernLB mit Bremsspuren im dritten Quartal
Peter Kneffel BayernLB mit Bremsspuren im dritten Quartal

Die Bank begründete den Rückgang am Mittwoch in München vor allem mit Belastungen durch den Verkauf der bulgarischen Unionbank, die den Gewinn um 64 Millionen Euro geschmälert habe. Für die ersten neun Monate ergibt sich dank eines starken ersten Halbjahres dennoch ein kräftiges Plus von 234 Millionen Euro auf 773 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr rechnet der scheidende Bankchef Gerd Häusler weiterhin mit schwarzen Zahlen vor Steuern.

Häusler wollte die Bank eigentlich vorzeitig zum Jahresende verlassen, bleibt mangels Nachfolger aber nun doch bis Ende März an der Spitze der Landesbank. Unter seiner Leitung war die BayernLB nach ihrer schweren Krise 2008 massiv geschrumpft. Ende September lag die Bilanzsumme nur noch bei 261 Milliarden Euro und damit auf dem Niveau der späten 1990-er Jahre.

Vor allem das weltweite Wachstum nach der Jahrtausendwende war der BayernLB zum Verhängnis geworden. Während sie die österreichische Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) nach Milliardenverlusten wieder an Österreich abgeben konnte, verhagelt ihr die ungarische Tochter MKB bis heute regelmäßig die Bilanz. Häusler bezeichnete die MKB als Sorgenkind, für das es «eine Lösung zu finden gilt».

Auch das Kapitel HGAA ist noch längst nicht abgeschlossen: Die österreichische Bank weigert sich, Kredite in Milliardenhöhe an die BayernLB zurückzuzahlen. Die BayernLB hatte die HGAA deshalb verklagt. Der Prozess beginnt am 25. November in München.

Das Kerngeschäft mit der Kreditvergabe laufe aber grundsolide, betonte Finanzvorstand Stephan Winkelmeier. Die Bank profitiere dabei auch von ihrem Standort in Bayern und einem starken Firmenkundengeschäft. «Auch kleinere Nackenschläge federn wir ab», sagte er mit Blick auf die Belastungen in Bulgarien.

Bei der Rückzahlung der Staatshilfen kommt die BayernLB voran. Die EU-Kommission hatte die Landesbank dazu verpflichtet, sich mit fünf Milliarden Euro an den Kosten ihrer Rettung zu beteiligen. In den vergangenen zwölf Monaten überwies die BayernLB in mehreren Teilzahlungen 1,2 Milliarden Euro an den Freistaat Bayern. «Bislang liegt die BayernLB bei den Kapitalrückführungen an den Freistaat voll im von der Europäischen Kommission auferlegten Zeitplan», erklärte die Bank.