Becker siegt in fünf Sätzen - Bachinger und Barthel raus

Benjamin Becker hat nach einem packenden Fünf-Satz-Match gegen Lleyton Hewitt als einziger von anfangs acht deutschen Tennis-Herren die dritte Runde der Australian Open erreicht.

Becker siegt in fünf Sätzen - Bachinger und Barthel raus
Lukas Coch Becker siegt in fünf Sätzen - Bachinger und Barthel raus

Der 33 Jahre alte Mettlacher drehte im Duell mit dem gleichaltrigen Australier einen 0:2-Rückstand noch in einen nicht mehr für möglich gehaltenen 2:6, 1:6, 6:3, 6:4, 6:2-Sieg und gewann erstmals in seiner Karriere ein Match über fünf Sätze.

«Das ist etwas Großes für mich, dass ich das in der späten Phase meiner Karriere noch geschafft habe», sagte Becker im Siegerinterview mit Jim Courier in der Rod-Laver-Arena. Nach 3:02 Stunden im ersten Spiel der Night Session hatte er zuvor mit einem Ass seinen zweiten Matchball genutzt. Den Aufschlag hatte der Linienrichter zunächst im Aus gesehen, doch dank des Hawk-Eyes machte Becker den letzten Punkt.

Der Saarländer trifft bei dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne jetzt am Samstag auf den an Nummer acht gesetzten Kanadier Milos Raonic oder Donald Young aus den USA. Becker liegt in der Weltrangliste auf Position 41 und steht zum ersten Mal bei den Australian Open in der dritten Runde. Sein bislang bestes Ergebnis bei einem der vier größten Turniere erreichte er bei den US Open im Jahr 2006 mit dem Achtelfinal-Einzug. Damals hatte er in der dritten Runde durch seinen Sieg gegen André Agassi die Karriere des Amerikaners beendet.

«Ich hoffe, das war nicht Lleytons letztes Match bei den Australian Open. Sonst werde ich wieder so viel dazu gefragt», sagte Becker. Hewitt stand zum 19. Mal nacheinander bei seinem Heim-Grand-Slam im Hauptfeld und ist damit alleiniger Rekordhalter vor dem Franzosen Fabrice Santoro. Nach seinem furiosen Beginn schwanden beim US-Open-Sieger von 2001 und Wimbledon-Champion von 2002 Kräfte und Konzentration und Becker fand nun immer besser ins Spiel zurück.

«Ich wusste, dass es schwer wird gegen ihn hier vor diesem Publikum. Aber ich habe versucht, aggressiv zu bleiben und bin froh, dass ich mich durchgekämpft habe», sagte der Vater zweier Söhne.

Von den anfangs 17 deutschen Profis stehen nur drei unter den letzten 32. Lediglich Becker und bei den Damen Julia Görges und Carina Witthöft kämpfen noch um den Einzug ins Achtelfinale.

Mona Barthel und Matthias Bachinger schieden am Donnerstag in der zweiten Runde aus. Die 24-Jährige aus Neumünster verpasste gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova eine Überraschung klar und musste sich der an Nummer vier gesetzten Tschechin mit 2:6, 4:6 geschlagen geben. «Wenn Petra so gut spielt, ist es echt schwierig, eine Chance gegen sie zu haben», sagte Barthel nach dem 79-minütigen Match.

Qualifikant Bachinger scheiterte als siebter von anfangs acht deutschen Herren. Der 27-Jährige aus Dachau verlor gegen den finnischen Linkshänder Jarkko Nieminen 6:7 (4:7), 5:7, 5:7 und verpasste damit auch ein Drittrunden-Duell mit Titelverteidiger Stan Wawrinka. Der Schweizer bezwang den rumänischen Qualifikanten und Grand-Slam-Turnier-Debütanten Marius Copil 7:6 (7:4), 7:6 (7:4), 6:3.

«Ich bin froh, weiter zu sein. Die Bedingungen waren nicht einfach», sagte der an Nummer vier gesetzte Wawrinka und klagte über das schwül-warme Saunawetter. Deutlich weniger Mühe hatte der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic. Der von Boris Becker trainierte Serbe ließ Andrej Kusnezow aus Russland beim 6:0, 6:1, 6:4 keine Chance. Der viermalige Australian-Open-Champion nutzte nach 84 Minuten seinen zweiten Matchball gegen die Nummer 88 der Welt. «Die ersten zwei Sätze waren definitiv hervorragend», sagte der 27-Jährige. «Ich habe meinen Matchplan fast zu 100 Prozent umgesetzt.»

Bei den Damen kamen Serena und Venus Williams weiter. Die 18-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Serena gewann gegen Vera Swonarewa aus Russland 7:5, 6:0. Im ersten Durchgang wehrte die 33 Jahre alte Amerikanerin beim Stand von 3:5 drei Satzbälle ab und gewann dann zehn Spiele in Serie. Ihre ein Jahr ältere Schwester Venus entschied ein amerikanisches Duell mit Lauren Davis mit 6:2, 6:3 für sich.

Die an Nummer sechs gesetzte Polin Agnieszka Radwanska kam gegen Johanna Larsson aus Schweden in nur 44 Minuten zu einem souveränen 6:0, 6:1-Erfolg. Zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier zählt die ehemalige Weltklassespielerin Martina Navratilova zum Trainerteam der früheren Wimbledon-Finalistin Radwanska.

Die letztjährige US-Open-Finalistin Caroline Wozniacki ist derweil in der zweiten Runde ausgeschieden. Die an Nummer acht gesetzte Tennisspielerin aus Dänemark unterlag der zweimaligen Turniersiegerin Victoria Asarenka aus Weißrussland mit 4:6, 2:6. Die 25-jährige Asarenka feierte 2012 in Melbourne ihren ersten Grand-Slam-Sieg und verteidigte den Titel im darauffolgenden Jahr erfolgreich. Nach einigen Verletzungen ist die ehemalige Weltranglisten-Erste nur noch auf Platz 44 notiert und damit nicht gesetzt. In der dritten Runde trifft Asarenka auf Barbora Zahlavova Strycova aus Tschechien.