Befreiungsschlag für Hertha unter Dardai: 2:0 in Mainz

Pal Dardai hat einen gelungenen Einstand als Trainer in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Zwei Tage nach der Amtsübernahme vom entlassenen Jos Luhukay führte der 38-jährige Ungar den Tabellenvorletzten Hertha BSC zum verdienten 2:0 (2:0) beim FSV Mainz 05.

Befreiungsschlag für Hertha unter Dardai: 2:0 in Mainz
Frank Rumpenhorst Befreiungsschlag für Hertha unter Dardai: 2:0 in Mainz

Vor 26 756 Zuschauern sorgten Jens Hegeler (35. Minute/Foulelfmeter) und Roy Beerens (42.) für den überraschenden Erfolg nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg und Tor. Der Dreier verschafft den Berlinern Luft im Abstiegskampf und machte die Gelb-Rote Karte gegen Kapitän Fabian Lustenberger (58.), der wegen wiederholten Foulspiels vom Feld musste, leichter verschmerzbar.

Die Mainzer mussten einen unerwarteten Rückschlag hinnehmen. Zudem müssen die Rheinhessen erst einmal auf Torhüter Loris Karius verzichten, dessen Aktion gegen Valentin Stocker vor dem zum 0:1 führenden Strafstoß Schiedsrichter Deniz Aytekin mit einer Roten Karte ahndete. Die Mainzer konnten nach vier Punkten aus den letzten beiden Partien nicht an ihre ansprechenden Leistungen anknüpfen. Die Offensive um Torjäger Shinji Okazaki konnte die zweikampfstarke Berliner Abwehr kaum einmal in Gefahr bringen. Nach der Niederlage stecken die Mainzer wieder mitten im Abstiegskampf.

Gute Laune und eine positive Körpersprache hatte Herthas neuer Coach von seiner Elf verlangt. In John Brooks, Marvin Plattenhardt, Per Skjelbred, Nico Schulz und Stocker beorderte der Ungar gleich fünf Neue in die Startelf und die hatten ihren Spaß. Die Anfangsphase gehörte aber den Mainzern, die in der Besetzung vom 5:0 gegen Paderborn antraten. Mit Macht drängten die Rheinhessen auf die Führung. Pierre Bengtsson brachte Herthas Torhüter Thomas Kraft mit einem Freistoß in Verlegenheit (3.). Ein Schuss von Johannes Geis (14.) war dann aber das letzte offensive Lebenszeichen der 05er.

Zwar hatten die Mainzer mehr Ballbesitz, aber die Mehrzahl der Zweikämpfe ging an die Berliner. Mit jedem gewonnenen Duell wuchs das Selbstvertrauen der zuletzt arg gebeutelten Kicker aus der Hauptstadt. Beerens (16.) verfehlte ebenso knapp wie Julian Schieber (18.), doch erst die Mainzer brachten das eigene Tor in Gefahr. Karius vertändelte das Spielgerät, Stocker bedrängte den Schlussmann, der den Herthaner foulte. Aytekin zeigte auf den Punkt. Zudem wertete der Mann aus Oberasbach den Einsatz von Karius als Notbremse. Der Grieche Stefanos Kapino kam zu seinem Bundesliga-Debüt, gegen den Strafstoß von Hegeler hatte er keine Chance.

Trotz Unterzahl glaubten die Rheinhessen noch an einen guten Abschluss der englischen Woche. Ein Billardtor war dann der zweite Nackenschlag und das Ende der Hoffnungen. Ein Fehlpass von Gonzalo Jara eröffnete Stocker die Chance. Der Schweizer wurde von Schieber geschickt und scheiterte aus spitzem Winkel am Pfosten. Der Abpraller landete bei Beerens, der zum 0:2 ins leere Tor abstaubte.

In Überzahl wollten die Berliner den Vorsprung verwalten, doch nach einer knappen Stunde war der personelle Gleichstand wiederhergestellt. Lustenberger sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Mainz drängte die Berliner in deren Hälfte, doch Ideen für das Knacken des dichten Abwehrriegels gab es bei allen Bemühungen nicht. Die beste Chance vergab der eingewechselte Niko Bungert (88.).