Beifall beim WM-Aus für Boll - Keine deutsche Medaille

Auch Europas Rekordmeister Timo Boll konnte nicht in die chinesische Tischtennis-Phalanx eindringen. Der WM-Dritte von 2011 scheiterte als letzter Europäer bei den Titelkämpfen in Suzhou.

Nach der 2:4-Niederlage in einem hochklassigen Viertelfinale gegen den Weltranglisten-Vierten Fan Zhendong aus China war am Samstag auch das Turnier für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) vorzeitig und ohne die anvisierte WM-Medaille beendet.

«Ich bin froh, dass ich noch auf diesem Niveau spielen kann», erklärte Boll. Der 34-Jährige steigerte sich im Vergleich zu den Vortagen deutlich, vergab aber in den beiden ersten Sätze gute Chancen gegen den 18 Jahre alten Chinesen. «Ein Satzgewinn am Anfang wäre wichtig gewesen», sagte der Weltranglisten-Siebte Boll nach dem spannenden Topspin-Duell gegen den drei Plätze besser eingestuften German Open-Sieger von 2013.

«Ich habe sogar die chinesischen Zuschauer auf meine Seite gebracht. Das macht mich stolz», fügte Boll hinzu. Bundestrainer Jörg Roßkopf, der vor dem WM-Turnier in China offensiv eine Medaille als Ziel ausgegeben hatte, lobte die Einstellung des Linkshänders. «Timo hat gezeigt, dass er sich nicht mit dem Viertelfinale zufrieden geben wollte», argumentierte der Coach.

Zu der erhofften Medaille reichten die Auftritt der DTTB-Herren aber nicht. Eine Stunde vor dem Boll-Match war auch der unerwartete Siegeszug seines Düsseldorfer Clubkollegen Patrick Franziska zu Ende gegangen. Der 22-Jährige verlor sein Viertelfinale mit 1:4 gegen den Chinesen Fang Bo. «Das Niveau der Chinesen ist sehr hoch. Es ging mir anfangs zu schnell», bekannte Franziska.

Trotz der Enttäuschung über das frühe WM-Aus von Europameister Dimitrij Ovtcharov und des Doppels Timo Boll/Ma Long zog der DTTB mit drei Viertelfinal-Platzierungen eine positive Bilanz. «Das war eine gute WM», sagte Heike Ahlert, DTTB-Vizepräsidentin Leistungssport. «Man muss mutige Ziele setzen, auch wenn das nicht geklappt hat», ergänzte der neue DTTB-Präsident Michael Geiger. Bei den Damen war Irene Ivancan in der Runde der besten Acht gescheitert.